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Zwei Jünger - ein gemeinsames Ziel

Sonntag, 27. August 2017
36 Minuten

Zwei Jünger - ein gemeinsames Ziel

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Jesus berief zwölf völlig unterschiedliche Männer in seine Nachfolge – keine Gelehrten, keine religiösen Experten, sondern einfache Fischer, Handwerker, einen Zöllner und sogar einen politischen Rebellen. In Markus 3 lesen wir, wie er nach einer ganzen Gebetsnacht diese Männer erwählte, obwohl er genau wusste, wer sie waren: ein Zweifler, ein Verleugner, ein Verräter. Doch durch die ständige Gemeinschaft mit ihm sollten sie geprägt werden und seine Vollmacht in die Welt hinaustragen.

Unter diesen Zwölfen waren zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein konnten: Simon Petrus und Andreas. Petrus – ungestüm, impulsiv, dominant. Der Mann, der Jesus versprach, mit ihm ins Gefängnis und in den Tod zu gehen, und ihn dann doch verleugnete. Der auf dem Wasser lief und dann in den Wellen versank. Der Jesus sogar zu tadeln wagte und dafür "Satan" genannt wurde. Und doch wurde gerade er von Jesus besonders ausgebildet. Sein Name wird in den Evangelien häufiger erwähnt als jeder andere – außer Jesus selbst. An Pfingsten predigte er, und 3000 Menschen kamen zum Glauben. Nicht weil er ein großer Redner war, sondern weil Gott sich durch seine Schwachheit verherrlichte.

Dann Andreas – der erste Jünger überhaupt, der Jesus nachfolgte. Johannes 1 berichtet, wie er und Johannes der Täufer Jesus begegneten, und Andreas sofort seinen Bruder Simon zu Jesus führte. Während Petrus zu Tausenden sprach, redete Andreas mit Einzelnen. Er brachte den Jungen mit fünf Broten und zwei Fischen zu Jesus. Er führte die Griechen zu Jesus, die ihn sehen wollten. Neunmal wird sein Name in der Bibel erwähnt – und jedes Mal tut er etwas richtig. Er suchte keine Aufmerksamkeit, stand im Schatten seines berühmten Bruders, und doch war er unglaublich wirksam als stiller Arbeiter im Hintergrund.

Zwei völlig verschiedene Charaktere – doch beide mit demselben Ziel: Menschen mit Jesus in Berührung zu bringen. Der eine als Lautsprecher, der andere als Zubringer. Beide wurden von Gott gebraucht, weil sie ihr Herz hingaben. Genauso möchte Gott auch heute unterschiedliche Menschen gebrauchen – nicht die Perfekten, sondern die, die ihre Schwachheit vor ihn bringen. Du musst nicht vor Tausenden predigen können. Ein persönliches Zeugnis gegenüber deinen Freunden, Nachbarn oder Kollegen wiegt oft mehr als jede lange Predigt. Wie die erste Gemeinde in Apostelgeschichte 2 können wir trotz aller Unterschiedlichkeit ein Herz und eine Seele sein – vereint durch das Blut Jesu und das gemeinsame Ziel, das Evangelium weiterzutragen.

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