Gott gab den Menschen das erste Gebot: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde" (1. Mose 1,28). Doch es geht nicht nur um Vermehrung – die entscheidende Frage lautet: Womit füllen wir die Erde? Die Bibel zeigt uns in Psalm 104,24, dass alle Werke Gottes in Weisheit gemacht sind und die Erde voll ist von seinem Besitz. In Psalm 119,64 heißt es: "Die Erde ist erfüllt von deiner Güte. Lehre mich deine Anweisungen."
Genau hier kommt die besondere Berufung der Mütter zum Tragen. Sie sind es, die uns die Grundwerkzeuge fürs Leben mitgeben, die uns helfen, Gottes Weisheit in seiner Schöpfung zu erkennen. Eine Mutter sagte einmal: "Der Glaube öffnet dir ein Fenster zum Himmel. Bildung öffnet dir die Tür zur Welt. Kehre aber immer wieder zurück in das Haus und bete Gott an."
In Sprüche 31,10-31 finden wir eines der schönsten Loblieder auf die Ehefrau und Mutter. Interessanterweise wurde dieses Lied nicht für Frauen geschrieben, sondern von einer Mutter ihrem königlichen Sohn gegeben – und er formte daraus ein poetisches Meisterwerk. Die tugendhafte Frau wird mit kostbaren Perlen verglichen, und wie eine Perle aus einfachen, ja unreinen Verhältnissen entstehen kann, so kann auch eine Frau aus bescheidenen Umständen im Lichte Gottes eine kostbare Perle sein.
Das Gebot aus 2. Mose 20,12 "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren" steht nicht umsonst in den Zehn Geboten. Bemerkenswert ist: Wenn es um Ehre geht, wird der Vater zuerst genannt, doch bei der Ehrfurcht (3. Mose 19,3) steht die Mutter sogar vor dem Vater. Gott setzt dieses Gebot gleich dem Sabbatgebot – so wichtig ist es ihm.
Das Loblied aus Sprüche 31 wurde traditionell am Freitagabend gesungen, wenn die Familie zum Sabbat zusammenkam. Die Frau des Hauses entzündete das Licht und bat um Segen für ihre Familie. Nach dem Essen segneten die Eltern ihre Kinder, und dann wurde das Loblied für die Mutter angestimmt. Warum entzündet gerade die Frau das Licht? Weil Gott schon nach dem Sündenfall der Frau die Verheißung gab, dass sie den Erlöser zur Welt bringen wird.
Die Botschaft ist klar: Lobe deine Mutter, solange sie lebt. Was nützt das Lob einem toten Menschen? Wie viel mehr sollten wir als Erlöste, die wir schon in der Ruhe Gottes sind, unsere gläubigen Frauen und Mütter schätzen – nicht nur am Muttertag, sondern als beständige Gewohnheit.
