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Zu jeder Zeit beten und nicht nachlässig werden

Sonntag, 17. September 2017
40 Minuten

Zu jeder Zeit beten und nicht nachlässig werden

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Jesus Christus ist in den Himmel aufgefahren, und wir als seine Auserwählten leben in einer Zwischenzeit – zwischen seinem Weggehen und seinem Wiederkommen. In dieser Zeit sehnen wir uns manchmal danach, ihn endlich zu sehen, diesem ganzen Elend zu entkommen. Doch genau für diese Zeit hat Jesus uns in Lukas 18,1 eine entscheidende Anweisung gegeben: Es ist nötig, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden.

Bevor Jesus dieses Gleichnis erzählt, warnt er seine Jünger: Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen leben werden wie zur Zeit Noahs – in Ausschweifung, Unmoral und völliger Gleichgültigkeit gegenüber Gott. Sie werden essen, trinken, kaufen, verkaufen, ihre ganze Lebenserfüllung in Geschäften und Hobbys suchen. Und genau das ist unsere Zeit. Wir sind dem täglich ausgesetzt, und es färbt ab – selbst auf Kinder Gottes.

Hier liegt die reale Gefahr: Dass wir nachlässig werden im Gebet. Wann passiert das? Wenn es uns zu gut geht und wir Gott vergessen. Wenn Sünde zwischen uns und Gott steht und der Kanal verstopft ist. Wenn wir früh aufstehen müssen für den Job und die Zeit mit Gott als Erstes streichen. Wenn wir akzeptieren, dass unsere Seele keine freundlichen, liebevollen Worte mehr für Gott findet.

Jesus erzählt vom ungerechten Richter und der beharrlichen Witwe. Diese Frau hatte einen Widersacher und brauchte dringend Recht. Sie ging zu einem Richter, der weder Gott fürchtete noch Menschen scheute – aber sie ließ nicht locker. Tag für Tag kam sie, nervte ihn regelrecht, bis er ihr schließlich Recht verschaffte, nur damit sie ihn in Ruhe ließ. Und dann stellt Jesus die entscheidende Frage: Wenn schon ein ungerechter Richter einer beharrlichen Witwe Recht schafft – wird Gott nicht erst recht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen?

Doch warum wartet Gott manchmal lange mit der Gebetserhörung? Warum heilt er nicht sofort? Weil er in uns Geduld und Ausdauer im Glauben fördern möchte. Wir haben einen allmächtigen Gott – er kann jederzeit, aber er muss nicht zu jeder Zeit. Unsere Position als Kinder Gottes ist, ihm treu zu bleiben, ihn anzubeten und ihm den notwendigen Raum zu lassen.

Am Ende stellt Jesus die alles entscheidende Frage: "Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch Glauben finden auf Erden?" Wird er seine Auserwählten betend vorfinden? Unnachlässig im Gebet? Wartend auf ihn? Die Frage richtet sich an jeden von uns persönlich: Begreifst du deine Rettung als Befreiung oder schaust du wie Lots Frau zurück nach dem alten Leben? Lobst und jubelst du über deine Errettung oder sehnst du dich heimlich nach dem zurück, wovon Gott dich befreit hat?

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