GGPF Logo

Zielgerichtet leben

Samstag, 10. November 2012
41 Minuten

Zielgerichtet leben

0:0041:11

Paulus wusste genau, wohin er wollte. Wenn du ihn gefragt hättest, welches Ziel er in seinem Leben anstrebt, hätte er dir sofort geantwortet: "Ich jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus" (Philipper 3,14). Dieser Mann lebte mit einer Klarheit und Zielstrebigkeit, die beeindruckt – und herausfordert.

Ziele prägen unser Leben von klein auf. Schon ein zweijähriges Kind verfolgt hartnäckig, was es erreichen will. In der Wirtschaft setzen sich Unternehmen klare Ziele für die Zukunft. Auch persönlich hat jeder von uns Ziele – und das ist gut so. Doch als Christen müssen wir unser Hauptziel nicht erst suchen: Es ist uns bereits vorgesteckt. Wenn du ein aufrichtiger Christ bist, hat Gott dir ein Ziel vorgegeben – die Rettung deiner Seele, ein Leben, das ihm wohlgefällt.

Paulus macht dabei eine erstaunliche Aussage: "Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet sei" (Philipper 3,12). Der Mann, der stets die Gewissheit des Glaubens betonte, spricht plötzlich davon, das Ziel noch nicht erreicht zu haben. Das kann verunsichern. Doch Paulus will damit etwas Wichtiges klarmachen: Glaube ist kein Besitz, den du in eine Vitrine stellst und gelegentlich bewunderst. Glaube muss gelebt werden. Du bist nicht am Ziel angekommen, um dich auszuruhen – du bist auf der Laufbahn, unterwegs zum Ziel.

Die Bekehrung ist der Start zu einem Leben mit Jesus Christus. Durch sie betrittst du die Laufbahn, von der Paulus spricht. Aber dann geht es weiter: "Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist" (Philipper 3,13). Wie ein Sportler lässt sich Paulus durch nichts ablenken – auch nicht durch seine eigene Vergangenheit. Die Gefahr ist real, dass wir uns zu stark mit dem beschäftigen, was hinter uns liegt, anstatt auf das Ziel zu schauen, das vor uns liegt.

Der Psalmist Asaf erlebte, wie gefährlich es ist, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Er beobachtete gottlose Menschen, denen es besser ging als ihm, und fragte sich: "War es umsonst, dass ich mir ein reines Gewissen bewahrte?" (Psalm 73). Fast hätte er Schiffbruch erlitten. Doch dann besann er sich wieder, kam ins Heiligtum Gottes und erkannte: Sie nehmen ein schreckliches Ende, aber ich habe eine wunderbare Zukunft vor mir.

Paulus lebte nicht aus eigener Kraft, sondern weil er von Jesus Christus ergriffen war. Das ist entscheidend: Nicht deine Kraft bringt dich ans Ziel, sondern Gottes Hilfe. "Gott selbst bewirkt in euch nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen" (Philipper 2,13). Bist du von Jesus ergriffen? Oder lebst du noch aus eigener Kraft? Nur wenn Jesus dich ergriffen hat, kannst du auf dieser Laufbahn dem Ziel entgegensteuern.

Kurz vor seiner Hinrichtung konnte Paulus schreiben: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe das Ziel des Laufes erreicht, ich habe am Glauben festgehalten. Nun liegt der Siegeskranz für mich bereit" (2. Timotheus 4,7-8). Das Wunderbare: Dieser Preis wartet nicht nur auf Paulus, sondern auf alle, die Jesus lieben und auf sein Kommen warten. Du musst nicht gegen andere in Konkurrenz laufen – ihr dürft alle miteinander ins Ziel einlaufen.

Wenn dich heute jemand fragt, welches Ziel du verfolgst, dann sag einfach: Du möchtest ein Leben führen, das Gott wohlgefällt. Vielleicht wirst du belächelt oder ausgelacht. Aber es ist das einzige sinnvolle Ziel, das ein Mensch anstreben kann – das einzige mit ewigem Wert.

Teilen