Im Hebräerbrief steht eine eindringliche Warnung: "Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa am Ziel abgleiten" (Hebräer 2,1). Dieses Bild vom Abgleiten beschreibt ein Boot, das sanft und unbemerkt von der Strömung mitgenommen wird – ganz unauffällig, ohne dass du es merkst, bist du plötzlich weg vom Kurs.
Der Hebräerbrief wurde um 67 nach Christus an Judenchristen geschrieben, die in großer Gefahr standen. Verfolgungen brachen über sie herein, und es war verlockend, zu den alten jüdischen Traditionen zurückzukehren, wo man weniger gefährdet war. Zwei Hauptströmungen gab es damals: die Sadduzäer, die sich modern und angepasst ans römische System zeigten, und die Pharisäer, die konservativ und gesetzestreu waren. Beide Gruppen verfehlten das Ziel – denn ob du links oder rechts vom Pferd fällst, du landest im Graben.
Diese Parallelen findest du auch heute. Auf der einen Seite eine Zügellosigkeit und Gleichgültigkeit, auf der anderen eine Radikalisierung. Doch als Christ sollst du weder ein Getriebener sein noch dich einfach treiben lassen. Du bist kein Sklave, sondern sollst aus freien Stücken Gott nachfolgen. Die Frage ist: Wer treibt dich an? Wer ist die treibende Kraft in deinem Leben?
Um ein Ziel zu erreichen, musst du es kennen. Ist dein Ziel nur essen, trinken, arbeiten? Oder hast du begriffen, dass Gott dich als Licht und Salz dieser Welt gebrauchen will? Jesus sagt in Philipper 2, dass du so gesinnt sein sollst wie er. Dafür brauchst du erleuchtete Augen des Herzens, um ihn zu erkennen (Epheser 1,18).
Gerade wenn es dir gut geht, wenn alles glatt läuft, ist es am schwierigsten, voranzukommen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dann brauchst du das Wort Gottes am meisten. Der Hebräerbrief macht deutlich: Wir sehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebräer 12). Nicht auf Menschen, nicht auf Umstände – nur auf ihn. Schon eine kleine Abweichung, nur ein Grad zur Seite, kann dich über die Distanz deines Lebens hunderte Kilometer vom Ziel wegbringen. Darum: Behalte Jesus fest im Auge und lasse dich nicht am Ziel vorbeitreiben.
