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Wie gehe ich mit Versuchungen um

Samstag, 7. Februar 2015
44 Minuten

Wie gehe ich mit Versuchungen um

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Versuchungen sind keine harmlosen Schokoladen-Momente, wie uns die Werbung glauben machen will. In der Bibel geht es um etwas viel Tieferes: Versuchungen stellen uns auf die Probe und offenbaren entweder unsere guten Eigenschaften oder legen unsere Schwächen bloß. Paulus schreibt den Korinthern, dass keine Versuchung uns betroffen hat, die über unsere Kraft geht – Gott legt niemandem etwas auf, womit er nicht fertig werden könnte.

Dabei müssen wir verstehen: Gott selbst versucht uns nicht. Er lässt Versuchungen zu, um unseren Glauben zu läutern und uns charakterlich reifen zu lassen – wie bei Abraham, der mit Isaak geprüft wurde (1. Mose 22). Satan hingegen versucht uns, um uns zu Fall zu bringen, zu zerbrechen und zu zerstören. Die Geschichte von Hiob zeigt drastisch, wie weit der Feind gehen kann: Verlust von Besitz, Familie, Gesundheit – und doch blieb Hiob Gott treu.

Der Teufel arbeitet raffiniert: Er versucht uns, legitime Wünsche und Sehnsüchte auf falsche Weise zu befriedigen. Er macht uns selbstzufrieden und sorglos, sodass wir geistlich einschlafen. Er zeichnet uns ein falsches Gottesbild – einen Gott auf Abruf, den wir nach unseren Bedürfnissen aktivieren können. Jesus wies ihn genau dafür zurecht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."

Entscheidend ist: Die Versuchung selbst ist keine Sünde. Jesus wurde in allem versucht wie wir, doch ohne Sünde (Hebräer 4,15). Du musst deine persönlichen Schwächen kennen – denn dort hat Satan das leichteste Spiel. Jakobus 1 macht deutlich: Jeder wird von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt. Was für dich eine Versuchung ist, muss für deinen Mitbruder keine sein. Deshalb: Verurteile andere nicht, wenn sie anders mit Situationen umgehen als du.

Du brauchst drei Dinge: Wisse, wo du geistlich stehst – bist du gerettet? Kenne dein geistliches Ziel – die Herrlichkeit bei Gott. Verstehe deine persönliche Situation – du bist der Sünde tot und lebst für Gott (Römer 6,11-14). Wenn du dir dessen bewusst bist, hat der Teufel wenig Angriffsfläche. Und scheue dich nicht, Hilfe zu suchen – in der Seelsorge, bei Mitgeschwistern, im Gebet.

Gott verspricht in 1. Korinther 10,13: Er wird mit jeder Versuchung auch den Ausweg schaffen, sodass du sie ertragen kannst. Niemand wird so hart versucht, dass er es nicht tragen könnte. Deshalb gilt Jesu Wort aus Gethsemane: "Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt. Der Geist ist willig, das Fleisch aber ist schwach."

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