Paulus schreibt dem jungen Timotheus einen entscheidenden Satz: "Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, du aber sei den Gläubigen ein Vorbild – im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben und in der Reinheit" (1. Timotheus 4,12). Diese Worte gelten nicht nur einem jungen Gemeindeleiter, sondern jedem von uns.
Wir alle sind von Vorbildern abhängig und prägen gleichzeitig andere – oft unbewusst. Ein kleiner Junge kopiert die Argumente seines Vaters, um sein Spielen zu rechtfertigen. Die Korinther spornen durch ihre Großzügigkeit andere Gemeinden an (2. Korinther 9,2). Deine Lebensweise hat Auswirkungen, ob du es merkst oder nicht.
Doch ein Vorbild zu sein bedeutet Verantwortung zu tragen. Es heißt, deinen Bruder und deine Schwester im Glauben voranzubringen, nicht auszubremsen. Es bedeutet, durch Kleinigkeiten und große Dinge Christus sichtbar zu machen – wie beim Handwerker, dessen Tochter an Krebs erkrankt ist, oder in der Art, wie du mit Enttäuschungen umgehst.
Paulus zeigt konkret, worin du Vorbild sein sollst: Im Reden – sei weise in deinen Worten, auch in Nebenbemerkungen. Im Wandel – lebe deinen Kindern einen gottesfürchtigen Lebensstil vor, damit sie verstehen, dass sie Gott brauchen. In der Liebe – jener Agape-Liebe, die das Wohl des anderen sucht und die du dir von Gott schenken lassen musst. Im Glauben – tue nicht aus Gewohnheit, sondern aus echtem Vertrauen auf Gott. In der Reinheit – besonders ihr Männer, bewahrt eure innere Reinheit in einer Welt, die nur einen Klick entfernt unreine Gedanken anbietet.
Paulus konnte sagen: "Ich wollte, dass alle Menschen wären wie ich" (1. Korinther 7,7). Kannst du das auch? Kannst du sagen: "Folge mir nach"? Ohne Glauben und ohne die Liebe Christi ist das unmöglich. Aber Christus selbst ist unser Vorbild, der vom besten Platz beim Vater herabkam, um dich zu retten (1. Petrus 2,21).
Wenn du bereits Verantwortung trägst, lass dich ermutigen: Bleib dran. Und wenn du merkst, dass du noch wachsen darfst – Gott gibt dir heute die Möglichkeit, deine Gesinnung zu verändern. Denn eine Gemeinde, in der jeder das Anliegen hat, ein Vorbild zu werden, trägt gemeinsam durch dick und dünn.
