Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben
Im Philipperbrief beschreibt Paulus, wie Jesus auf alle seine Vorrechte verzichtete und sich auf die Stufe eines Dieners stellte. Er wurde Mensch wie wir – doch damit nicht genug: Er erniedrigte sich noch mehr und nahm im Gehorsam gegenüber Gott den Tod am Kreuz auf sich, wie ein Verbrecher. Dieses Opfer Jesu steht im Zentrum dessen, woran wir beim Abendmahl gedenken.
Als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Passahmahl feierte, geschah etwas Neues. Er nahm das Brot, dankte, brach es und sagte: "Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird." Dann nahm er den Kelch: "Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden" (Matthäus 26,26-28). Die Jünger kannten das Passahritual, aber diese Worte waren neu und verwirrend.
Schon früher hatte Jesus in Johannes 6 erklärt: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben." Dreimal wiederholte er diese radikale Aussage. Für viele war das zu hart – sie verließen ihn. Doch Jesus meinte es ernst: Ohne sein Opfer, ohne die Inanspruchnahme seines Blutes, gibt es kein Leben.
Das Blut hat im Wort Gottes tiefste Bedeutung. Schon bei der ersten Sünde im Paradies musste Blut fließen. Bei jedem Sündopfer war Blut nötig zur Vergebung. Als Gott im Alten Testament den Bund mit Israel schloss, besprengte Mose das Volk mit Blut und sagte: "Das ist das Blut des Bundes" (2. Mose 24,8). Genau darauf bezieht sich Jesus beim Abendmahl – er schließt einen neuen Bund durch sein Blut.
Paulus warnt im 1. Korintherbrief 11: Wer unwürdig vom Brot isst oder aus dem Kelch trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn. Deshalb soll sich jeder selbst prüfen. Bist du im Frieden mit Gott und Menschen? Hast du vergeben? Das Abendmahl ist keine bloße Liturgie – wenn wir bewusst teilnehmen, verbindet sich unser Geist mit dem Geist Gottes.
Der Sünde Sold ist der Tod, aber die Gnade Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus (Römer 6,23). Durch Jesu Opfer hast du Zugang zum ewigen Leben – wenn du sein Blut in Anspruch nimmst.
