Gottes Wort ist Geist und Leben – eine Wahrheit, die uns manchmal müde vom Alltag neu erfrischt und ermutigt. Ganz am Anfang der Bibel stellt Gott dem Menschen zwei grundlegende Fragen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben: "Adam, wo bist du?" und "Wo ist dein Bruder?"
Die erste Frage richtet sich an Adam nach dem Sündenfall. Natürlich wusste Gott, wo Adam sich versteckte. Aber es geht ihm um Beziehung. Wenn Gott dir eine Frage stellt, fordert er dich zu einer Antwort heraus. Er möchte, dass du erkennst, wo du stehst. Die zweite Frage stellt Gott Kain nach dem ersten Mord der Menschheitsgeschichte. Bezeichnend, dass Mord der Grund für den ersten Todesfall war – ein Zeichen dafür, dass wir in einer Welt leben, die sich selbst zerstört.
Die Geschichte von Kain und Abel offenbart tiefe Wahrheiten. Beide Brüder brachten Opfer: Abel von den Erstlingen seiner Herde, Kain von den Früchten des Feldes. Doch Gott sah nur Abels Opfer an. Wirkt das nicht willkürlich? Handelt Gott hier ungerecht? Hebräer 11,4 gibt die Antwort: "Durch Glauben brachte Abel ein besseres Opfer als Kain." Der entscheidende Unterschied war der Glaube. Abel vertraute auf das kommende Opfer Christi, während Kain sich auf seine eigene Leistung verließ.
Gott ist nicht ungerecht. Wie bei Hiob, der Gott auf die Anklagebank setzte, müssen wir erkennen: Gott ist autonom und handelt nicht ohne Grund. Er hat das Recht zu entscheiden, aber er tut es in Weisheit. Von Anfang an zeigt die Bibel, dass es einen Weg zurück zu Gott gibt – und dieser Weg ist Jesus Christus. Die Glaubensväter des Alten Testaments wurden für gerecht erklärt, weil sie auf den kommenden Erlöser vertrauten.
Kain dagegen war religiös, aber ohne echten Glauben. Er wollte sich nicht auf das Blut eines Stellvertreters stützen, sondern auf das, was er selbst erwirkt hatte. Menschen, die auf ihre eigene Gerechtigkeit vertrauen, können keine Gnade empfangen. Die einzige Voraussetzung für Versöhnung mit Gott lesen wir in 1. Johannes 1,9: Wer seine Sünde bekennt, zu dem ist Gott treu und gerecht, dass er die Sünden vergibt.
Gott warnte Kain eindringlich: "Wenn du Gutes tust, darfst du dein Haupt erheben. Wenn aber nicht, lauert die Sünde vor der Tür." Doch Kain ließ sich von Neid und Zorn beherrschen. Sehenden Auges rannte er in die Katastrophe und ermordete seinen Bruder. Warum? Weil seine Werke böse waren und die seines Bruders gerecht. Das Böse in Kain machte ihn unfähig, Abel zu lieben und der Sünde zu widerstehen.
Diese Geschichte stellt dir heute zwei entscheidende Fragen: Wie steht es um deine Beziehung zu Gott? Und wie steht es um deine Beziehung zu deinem Nächsten? Jesus fasste das gesamte Gesetz in diesen beiden Geboten zusammen: Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst (Matthäus 22,36-40). Was bestimmt dein Leben? Ist es Liebe und Barmherzigkeit oder etwas anderes?
Bedenke auch: Wenn du als gerecht von Gott bezeichnet wirst, wird dich die Welt hassen – so wie Kain Abel hasste. Jesus tat nur Gutes und wurde dennoch gehasst, weil er die Lieblosigkeit und Selbstgerechtigkeit der Menschen aufdeckte. In einer Gesellschaft, die keine absolute Wahrheit mehr kennt, wirst du Widerstand erleben, wenn du bekennst, dass Christus der einzige Weg ist.
Wenn Gott dir Fragen stellt, dann antworte: "Herr, du bist gerecht – nicht durch mich, sondern allein durch Christus. Bestimme du mein Leben, meine Liebe zum Nächsten und meine Gedanken. Schenk mir Barmherzigkeit."
