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Was tun, wenn der Tank leer ist?

Sonntag, 11. Oktober 2015
51 Minuten

Was tun, wenn der Tank leer ist?

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Jesus ist in meinem Haus, Jesus ist bei mir jeden Tag – diese Liedzeile drückt aus, was wir uns alle wünschen. Doch wirklich mit Jesus zu leben bedeutet, täglich Entscheidungen zu treffen, sich für das Gute zu entscheiden und sich von ihm ausrichten zu lassen. Manchmal kommen wir an Punkte, wo wir uns innerlich leer fühlen, wo wir schwach und träge sind.

Stell dir ein Auto vor, das mit leerem Tank in der Wüste stehen bleibt. Im normalen Straßenverkehr würde niemand einfach sitzen bleiben und warten – wir würden sofort zur Tankstelle laufen, den Tank füllen und weitermachen. Doch geistlich bleiben wir oft genau dort stehen, wo uns der Tank leer gegangen ist. Gott klopft durch sein Wort, durch Menschen, durch Umstände an – aber wir nehmen die Hilfe nicht in Anspruch.

Geistlich leere Menschen haben oft viele Aktivitäten, tun und handeln viel. Doch sie sind an der geistlichen Tankstelle vorbeigefahren. Sie neigen dazu auszuflippen, unausgewogen zu sein, ihre Sünde zuzudecken und andere anzuklagen. Sie sind wie trockene Brunnen, aus denen kein lebendiges Wasser fließt – obwohl aus unserem Leben Ströme lebendigen Wassers sprudeln sollen.

In Lukas 10,38-42 sehen wir Martha und Maria. Jesus kommt überraschend mit seinen Jüngern zu Besuch. Maria setzt sich zu Jesu Füßen und hört seinem Wort zu – sie öffnet ihr Herz, nimmt geistliche Speise auf. Martha dagegen macht sich viel zu schaffen in der Küche, wird immer nervöser und platzt schließlich heraus: "Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt?"

Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem – um zu sterben. Er suchte Nähe, Verständnis, Gemeinschaft. Doch Martha versteht nicht, dass es ihm gar nicht ums Essen geht. Seine Antwort ist liebevoll: "Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles. Eines aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt."

Worum machen wir uns Sorgen? Wie die Welt sich entwickelt, ob die Finanzen reichen, was andere über uns denken – oft total nebensächliche Dinge. Jesus sagt: Werft alle Sorgen auf mich, ich sorge für euch. Wenn ich Essen gewollt hätte, hätte ich wie bei den 5000 gesorgt. Darum geht es mir nicht – es geht darum, dass du mit deinem Herzen bei mir bist.

Geh zu jeder Zeit zu Jesus mit deinen Familienproblemen, Eheproblemen, allem. Deine Kinder sollen dich auf den Knien sehen, sollen erleben, wie du in der Schrift nach Antworten ringst. Manchmal kostet es etwas – das Handy weglegen, den Computer stilllegen. Aber aus einem gefüllten Tank können wir Gutes hervorbringen: Liebe, Freude, Freundlichkeit, Güte, Sanftmut, Beherrschung.

Hiob ließ seine Kinder nach Festen zu sich holen, heiligte sie, betete für sie – und das allezeit, nicht nur in Notzeiten. Das ist der Wille Gottes: rechtzeitig auftanken, täglich, damit wir treu bleiben können.

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