Im ersten Buch Mose, Kapitel 2, Vers 24 steht ein bemerkenswerter Satz: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein." Dieses "Anhängen" bedeutet wörtlich übersetzt ein Ankleben – eine unzertrennliche, lebenslange Verbindung. Wenn du zwei zusammengeklebte Blätter voneinander trennst, kommt keines unbeschadet davon. Beide tragen Narben. Und je öfter du ein Blatt an ein neues klebst und wieder trennst, desto mehr Schäden entstehen, bis irgendwann kein fester Verbund mehr möglich ist.
Die Ehe ist völlig anders als die Fortpflanzung bei Tieren. Tiere wurden von Anfang an als Männchen und Weibchen getrennt geschaffen. Sie kommen nur kurz zusammen und trennen sich wieder ohne Schaden. Beim Menschen war es umgekehrt: Adam und Eva waren ursprünglich ein Leib. Gott trennte sie, indem er Eva aus Adams Seite bildete. Erst in der Ehe werden sie wieder zu einem Fleisch – eine Vereinigung, die auf Lebenszeit angelegt ist.
In 1. Mose 1,28 legt Gott einen fünffachen Segen auf die Ehe: Seid fruchtbar, mehrt euch, füllt die Erde, macht sie euch untertan und herrscht über die Tiere. "Seid fruchtbar" bedeutet nicht automatisch Kinder zu bekommen. Eine Ehe soll begehrenswert sein, lieblich anzusehen, geprägt vom süßen Aroma der Liebe. Auch eine kinderlose Ehe steht unter Gottes Segen – denk an Abraham und Sara oder Elisabeth und Zacharias. Wenn du aber eine unreife Frucht vom Baum reißt und hineinbeißt, schmeckt sie bitter. So ist es mit Beziehungen vor der Ehe.
"Mehrt euch" – hier geht es nicht nur um die Geburt vieler Kinder, sondern um ihre Pflege und Bildung. Das hebräische Wort enthält die Wurzel von "Rabbiner". Du sollst deine Kinder bilden, formen, in der Erkenntnis Gottes erziehen. Kinder sind wie Pfeile im Köcher eines Helden – aber sie werden erst zum Segen, wenn du sie mit Liebe in die Gottesfurcht bindest.
Die Bibel sagt ausdrücklich, dass Mann und Frau "ein Fleisch" werden – nicht sofort ein Geist, eine Seele, ein Herz. Es wird Meinungsverschiedenheiten geben, Momente, wo du anders denkst und fühlst als dein Partner. Aber das sind keine Argumente für Trennung. Der Schlüssel zu einer glücklichen Ehe liegt darin, dein Denken, deinen Willen, deine Vorstellungen dem höheren Willen Gottes unterzuordnen. Nur Gottes Geist kann euch zusammenbringen und zusammenhalten.
"Sie waren beide nackt und schämten sich nicht" – dieser Vers beschreibt nicht primär körperliche Nacktheit, sondern einen moralischen Zustand. Adam und Eva waren transparent, lauter, ohne Hintergedanken voreinander und vor Gott. Wie ist deine Beziehung? Ist sie transparent vor deinem Partner? Kämpfe darum, dass kein Schatten zwischen euch fällt.
Paulus sagt in 2. Korinther 13,11: "Lasst euch zurechtbringen, seid eines Sinnes, haltet Frieden." Wer lässt sich heute noch gerne ermahnen? Wenn deine Frau dich ermahnt, könnte Gott durch sie zu dir reden. Wenn deine Kinder dich ermahnen, trägt Gott dich vielleicht in Geduld durch die, die dir am nächsten stehen.
Deine geistliche Gesundheit ist genauso wichtig wie deine körperliche. Gott gab den Tieren grünes Kraut zur Nahrung – Blätter, aus denen kein neues Leben entsteht. Dem Menschen gab er samentragende Früchte – das Kostbarste, was eine Pflanze hervorbringen kann. Achte darauf, womit du deinen inneren Menschen fütterst. Jesus sagt: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt."
