Jesus stellt ein Kind in die Mitte seiner Jünger und sagt etwas Radikales: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen" (Matthäus 18). Was war passiert? Die Jünger hatten untereinander diskutiert, wer wohl der Größte unter ihnen sei. Erwachsene Männer, die mit Jesus unterwegs waren, stritten sich wie Kinder auf dem Schulhof. Nicht besonders geistlich, oder?
Wir alle kennen diesen Drang, im Vordergrund zu stehen. Angela Merkel, Barack Obama, Lionel Messi – diese Namen kennt jeder. Aber wer kennt Martin Stranzl, den zweitbesten Bundesligaspieler nach Notendurchschnitt? Niemand. Die Welt fragt: Wer schneidet am besten ab? Wer kommt groß raus? Doch Jesus dreht diese Logik komplett um.
In Markus 10,42-45 macht Jesus deutlich: "Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." Wahre Größe zeigt sich nicht im Herrschen, sondern im Dienen. Albert Einstein sagte einmal: "Es ist die hohe Bestimmung des Menschen, mehr zu dienen als zu herrschen."
Das Schlüsselwort ist nicht Leistung und Verdienst, sondern Gnade und Geschenk. Wie ein Kind sollen wir werden – nicht weil Kinder so unschuldig sind, sondern weil sie noch nichts vorzuweisen haben, noch nicht viel wissen und sich einfach beschenken lassen. Doch dieser Glaube bleibt nicht passiv. Jakobus erinnert uns: Ein Glaube ohne Werke ist tot.
Jesus sagt in Johannes 15: "Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." Diese Liebe will weitergegeben werden – im Haushalt, bei den Nachbarn, in der Gemeinde. Vielleicht bedeutet es, jemanden einzuladen, der sonst nie eingeladen wird. Es gibt Menschen unter uns, die genau darauf warten.
Ein Reporter sagte zu Mutter Teresa, er würde ihre Arbeit nicht für tausend Dollar tun. Ihre Antwort: "Ich auch nicht." Sie tat es aus Liebe zu Gott. Wie ein Fußballprofi täglich trainiert, so sind wir aufgerufen, täglich zu üben – nicht nur Bibel zu lesen, sondern das Gelesene praktisch anzuwenden. Gott wird dir diese Woche Möglichkeiten schenken, wo du als sein Diener sichtbar werden kannst.
