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Vater Unser - Vergib uns unsere Schuld

Samstag, 2. April 2011
50 Minuten

Vater Unser - Vergib uns unsere Schuld

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Hast du schon mal versucht, deine Schuld zu verstecken – vielleicht nur den "Strick" zugegeben, aber die "Kuh" verschwiegen? Ein Mann kam einmal zu einem Missionar und gestand: "Ich habe einen Strick gestohlen." Am nächsten Tag kehrte er zurück: "Ich finde keinen Frieden – an dem Strick war auch noch eine Kuh." So gehen wir oft mit unserer Schuld um: Wir minimieren, verdrängen, schieben sie auf andere ab.

Schon im Garten Eden begann dieses Muster. Eva beschuldigte die Schlange, Adam seine Frau – und letztlich Gott selbst, der sie ihm zur Seite gestellt hatte. Schuld sind immer die anderen, nicht wahr? Wir regen uns über den auf, der mit 120 durch die Ortschaft rast, während wir selbst 80 fahren. Doch Jesaja 59,1-2 zeigt uns die ernste Wahrheit: Unsere Schuld steht wie eine Mauer zwischen uns und Gott.

Genau deshalb lehrt Jesus uns zu beten: "Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben." Diese Bitte hat zwei Seiten – eine Sonnenseite und eine Schattenseite. Die Sonnenseite strahlt hell: Wo Schuld ist, da ist Vergebung möglich! König David erlebte es. Erst versuchte er, seine Schuld zu verbergen, und wurde krank davon. Doch als er sie bekannte, vergab Gott ihm alles. Psalm 32 jubelt: "Freuen dürfen sich alle, denen Gott ihr Unrecht vergeben hat!" Aber es gibt auch die Schattenseite: Wenn Gott uns vergibt, erwartet er, dass wir anderen ebenso vergeben. Jesus macht es unmissverständlich klar in Matthäus 6,14-15 – unsere Bereitschaft zu vergeben steht in direktem Zusammenhang damit, wie Gott mit unserer Schuld umgeht. Wir sollen seinen Charakter widerspiegeln, seine Barmherzigkeit weitergeben.

Dann kommt die zweite große Bitte: "Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen." Versuchungen sind der Versuch, uns vom Ziel abzubringen – und das Gefährliche daran? Sie gefallen uns! Eine Prinzessin besiegte alle Läufer, bis einer kam, der sie hätte schlagen können. Sie warf eine silberne Kugel vor ihn – geblendet verlor er das Ziel aus den Augen.

Was uns nicht reizt, ist keine Versuchung. Aber wenn wir denken "Das würde mir gefallen", dann beginnt der Kampf. Geld, Untreue, Internet – überall lauern Versuchungen. Doch wir müssen weiterdenken, die Konsequenzen bedenken! Esau verkaufte sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht – erst später erkannte er die Tragweite.

Die gute Nachricht? Du stehst den Versuchungen nicht allein gegenüber. Jakobus 4,7 verspricht: "Ordnet euch Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand, und er wird vor euch fliehen." Jesus selbst betete für dich in Johannes 17, dass der Vater dich vor dem Bösen bewahrt. Gott lässt nicht zu, dass du über deine Kräfte hinaus versucht wirst.

Welche Schuld trägst du noch mit dir herum? Welcher Versuchung stehst du gerade gegenüber? Die Einladung steht: Bekenne deine Schuld, empfange Vergebung – und vergib anderen, wie Gott dir vergeben hat.

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