GGPF Logo

Vater Unser - Unser tägliches Brot gib uns heute

Samstag, 12. März 2011
42 Minuten

Vater Unser - Unser tägliches Brot gib uns heute

0:0042:18

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, warum brasilianische Fußballspieler nach ihrem Sieg beim Confed Cup 2005 auf die Knie gingen? Vor Millionen Zuschauern bildeten sie einen Kreis und beteten gemeinsam das Vaterunser. In einem Moment des Triumphs erwiesen sie Gott die Ehre – welch ein Zeugnis!

Genau diese Bitte aus dem Vaterunser steht heute im Fokus: "Unser tägliches Brot gib uns heute." Vielleicht denkst du jetzt: Ist diese Bitte in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht längst überflüssig? Wir haben doch alles im Überfluss! Während in Japan Menschen durch Tsunami und Erdbeben alles verloren haben, sitzen wir vor vollen Töpfen. Täglich werden tonnenweise Lebensmittel weggeworfen. Warum sollten wir dann noch um unser tägliches Brot bitten?

Jesus wusste um unseren Lebenskampf. Er kannte die Gefahr, dass wir vergessen, woher alles kommt. Wie das Kind, das auf die Frage "Woher kommt die Milch?" antwortet: "Vom Supermarkt!" Die Geschichte vom glücklichen Diener zeigt erschreckend, was passiert, wenn wir in den "Kreis der 99" eintreten – wenn aus Zufriedenheit plötzlich das Streben nach immer mehr wird. Der Diener fand 99 Goldmünzen und wurde vom glücklichsten zum unglücklichsten Menschen, weil ihm eine einzige Münze fehlte.

Diese Bitte erinnert dich daran: Alles kommt von Gott. Matthäus 6,28 zeigt, wie Gott sogar die Lilien kleidet – sollte er nicht viel mehr für dich sorgen? Es geht nicht um das Anhäufen von Vorräten für die nächsten 50 Jahre, sondern um das Notwendige für heute. Die ersten Christen in Apostelgeschichte 2,44-45 verstanden das: Sie teilten alles miteinander, sodass niemand Mangel litt.

Doch Jesus meint noch mehr als nur Nahrung für den Körper. In Johannes 6,35 sagt er: "Ich bin das Brot des Lebens." Er selbst ist die Nahrung für deine Seele. Während du keinen Tag ohne Essen auskommen möchtest – wie viele Tage vergehen manchmal ohne geistliche Nahrung, ohne Gebet, ohne Gemeinschaft mit Gott?

Diese Bitte soll dich täglich daran erinnern: Du bist abhängig von Gott, auch im Wohlstand. Sie bewahrt dich vor dem Egoismus des "immer mehr". Und sie lenkt deinen Blick auf das, was wirklich zählt – nicht nur Brot für den Körper, sondern Nahrung für deine Seele.

Teilen