Vater Unser - Dein Reich komme, dein Wille geschehe
Jedes Mal, wenn wir das Vaterunser sprechen, bitten wir um etwas Revolutionäres: dass Gottes Reich kommt und sein Wille geschieht. Doch diese Worte rollen oft so selbstverständlich über unsere Lippen, dass wir ihre Sprengkraft übersehen. Wenn Gott diese Bitte tatsächlich erhören würde – hier und heute –, wären wir darauf vorbereitet? Denn im Reich Gottes gelten völlig andere Regeln als in irdischen Reichen. Jesus machte das deutlich, als die Mutter zweier Jünger bat, ihre Söhne mögen die Ehrenplätze neben ihm bekommen. Seine Antwort: Wer groß sein will, soll dienen. Wer der Erste sein will, soll Knecht sein. Radikal anders als alles, was wir kennen.
Die Bibel zeigt uns zwei Reiche: Finsternis und Licht, Tod und Leben, die Macht der Finsternis und das Reich des geliebten Sohnes. Seit dem Sündenfall beherrscht der Fürst dieser Welt die Erde – das akzeptiert sogar Gott selbst. Als Satan Jesus in der Wüstenversuchung alle Reiche anbot, bestritt Jesus nicht, dass sie ihm gehörten. Die ganze Welt befindet sich in der Gewalt des Bösen, wie es im 1. Johannesbrief heißt.
Aber wo ist dann Gottes Einfluss? Viele fragen: "Wo ist Gott?" Angesichts von Unterdrückung, Verfolgung, Krankheit und Ungerechtigkeit scheint er ohnmächtig. Doch sein Einfluss mag unscheinbar sein – aber er ist wirkungsvoll! Nur Gott kann Menschen von Grund auf verändern. "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur", schreibt Paulus in 2. Korinther 5,17. Jesus sprach von der neuen Geburt in Johannes 3 – nur wer von neuem geboren wird, kann das Reich Gottes überhaupt sehen.
Doch hier liegt die Herausforderung: Wenn Gottes Reich kommen soll, muss dein persönliches Reich weichen. Dein Geschäft, deine Familie, dein Auto, dein Besitz – wie schnell werden diese Dinge zu kleinen Königreichen, die wichtiger werden als Gottes Herrschaft? Wenn Gottes Reich wirklich kommen soll, kostet es dein Leben. Bist du bereit, dich seinem Einfluss auszusetzen?
