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Unterodnung

Samstag, 12. Januar 2013
47 Minuten

Unterodnung

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Paulus schreibt an die Epheser: "Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi." Dieser eine Vers enthält ein revolutionäres Prinzip für unser Zusammenleben – in der Ehe und in der Gemeinde. Bei Unterordnung geht es nicht darum, wer die Pole Position hat oder wer das Sagen führt. Es geht darum, dass wir uns einander fügen, bedingungslos, im Respekt vor Christus.

Wenn Paulus sagt, dass Männer ihre Frauen lieben sollen wie Christus die Gemeinde geliebt hat, dann meint er eine bedingungslose Liebe ohne Wenn und Aber. Christus hat keine Bedingungen gestellt, bevor er ans Kreuz ging. Er hat sich komplett hingegeben. Und genau so sollen Männer ihre Frauen annehmen – nicht alles Schlechte unterstützen, aber bedingungslos lieben. Wenn eine Frau spürt, dass ihr Mann bereit ist, für sie alles zu geben, wird sie sich ihm auch unterordnen können.

Für Frauen bedeutet Unterordnung eine besondere Herausforderung: Gott hat sie mit der Fähigkeit beschenkt, Dinge schärfer und schneller zu erfassen als Männer. Sie erkennen oft genau, was gerade dran ist, und haben bereits einen Plan parat. Doch ihre Aufgabe ist es, ihre Männer zu ermutigen, geistliche Verantwortung zu übernehmen – auch wenn sie es vielleicht nicht so gut können. Petrus macht in 1. Petrus 3,1-7 deutlich: Frauen können durch ihr Leben ohne viele Worte Menschen zum Glauben führen. Sie sind Werbeträger für Gott durch ihr respektvolles Handeln.

In der Gemeinde zeigt sich dasselbe Prinzip. In Rom gab es zwei Gruppen: die "Starken", die alles essen und trinken konnten ohne schlechtes Gewissen, und die "Schwachen", die bestimmte Speisen und Tage heilig hielten. Paulus' Antwort? "Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen." Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.

Paulus stellt sich zwar auf die Seite der Starken und sagt: "Ich weiß, dass nichts unrein ist an sich selbst." Aber dann fordert er die Starken auf, ihre Freiheit aufzugeben, um den Schwachen zu dienen. Das Zentrum soll nicht unsere Meinung sein, sondern Christus. Wir sollen einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat – bedingungslos.

Die Geschichte zweier Brüder illustriert dies wunderbar: Beide konnten nachts nicht schlafen, weil jeder dem anderen heimlich mehr von der Ernte geben wollte. Als sie sich dabei erwischten, umarmten sie sich weinend. Beide hatten den anderen höher geachtet als sich selbst. Diese Gesinnung – nicht auf sich selbst zu achten, sondern auf den Nächsten – das ist wahre Unterordnung. Nicht Rivalität, nicht Selbstdarstellung, sondern gegenseitiges Dienen in der Furcht Christi.

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