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Soll ich meines Bruders Hüter sein?

Samstag, 3. Dezember 2011
41 Minuten

Soll ich meines Bruders Hüter sein?

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Jesus nimmt eine Schürze und eine Schüssel mit Wasser und kniet vor seinen Jüngern nieder, um ihnen die Füße zu waschen. Ausgerechnet in dem Moment, als sie sich streiten, wer unter ihnen der Größte sein wird. Ausgerechnet zwei Tage vor seiner Kreuzigung zeigt er ihnen, was wirklich zählt im Leben.

Wenn Menschen am Ende ihres Lebens stehen, kurz vor dem Tod, was zählt dann noch? Die Häuser, die sie gebaut haben? Die Jahre im Betrieb? Nein. Was wirklich zählt, ist das Verhältnis zu Gott und zu den Menschen um uns herum. Diese Dreierbeziehung – Gott, ich und mein Mitmensch – muss im Einklang stehen. Wenn diese Verbindung an einer Stelle unterbrochen ist, läuft etwas nicht in Ordnung.

Die Bibel beginnt schon im vierten Kapitel mit der Geschichte von Kain und Abel. Zwei Brüder, die kein Problem miteinander hatten bei der Arbeit – der eine hütete Schafe, der andere bebaute das Feld. Aber beim Gottesdienst, da entstand das Problem. Kain senkte sein Haupt, weil er etwas Böses im Sinn hatte gegen seinen Bruder. Gott fragte ihn: "Warum bist du so wütend? Wenn du Gutes tust, darfst du dein Haupt erheben." Aber Kain wurde zum Aufpasser seines Bruders, lauerte auf Fehler, suchte das Negative – bis er ihn schließlich erschlug.

"Soll ich meines Bruders Hüter sein?" – diese Frage offenbart das Problem. Wenn Du anfängst, auf Deinen Bruder oder Deine Schwester zu lauern, Fehler zu suchen, dann vergiftet das Dein eigenes Leben. Es zerstört Dein Verhältnis zum anderen und ruiniert Deine Beziehung zu Gott.

Aber es gibt einen anderen Weg. Abraham hatte allen Grund, sein Vorrecht auszuspielen, als es Streit zwischen seinen Hirten und denen seines Neffen Lot gab. Stattdessen sagte er: "Lass keinen Streit zwischen uns sein, denn wir sind doch Brüder. Such Du Dir aus, was Dir gefällt – ich bin bereit, den Kürzeren zu ziehen." Das ist geistliche Reife.

Durch das Blut Jesu Christi hast Du die Möglichkeit, kranke Verhältnisse wiederherzustellen. Du bist teuer erkauft, vom vergänglichen Abel zum erworbenen Kain geworden. Das Abendmahl gibt Dir immer wieder die Gelegenheit, das Verhältnis zu Deinem Bruder und zu Gott zu erneuern. Wenn Du Gutes im Herzen hast, kannst Du jedem offen ins Gesicht schauen.

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