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Simson - Stärke wird zur Schwäche ... ein geläuterter Held!

Samstag, 21. Juni 2014
39 Minuten

Simson - Stärke wird zur Schwäche ... ein geläuterter Held!

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Simson – ein Name, der für übermenschliche Kraft steht. Ein Mann, der einen Löwen mit bloßen Händen zerriss, 1000 Philister mit einem Eselskinnbacken besiegte und Stadttore aus den Angeln hob. Doch diese Geschichte aus Richter 13-16 handelt nicht in erster Linie von körperlicher Stärke, sondern von etwas viel Tieferem.

Bevor Simson geboren wurde, erschien der Engel des Herrn seiner unfruchtbaren Mutter mit einer besonderen Botschaft: Dieser Sohn sollte ein Nasiräer sein – von Geburt an Gott geweiht. Kein Wein, keine geschnittenen Haare, keine Berührung von Toten. Die langen Haare waren das äußere Zeichen einer inneren Wirklichkeit: seiner Absonderung für Gott, seiner Beziehung zum Allmächtigen. Und genau diese Beziehung war die Quelle seiner unglaublichen Kraft.

Doch dann kommt der Bruch. Simson, der Starke, hat eine Schwäche: Frauen. Delilah arbeitet an ihm, Tag für Tag, Nacht für Nacht. "Wenn du mich liebst, verrate mir dein Geheimnis." Dreimal belügt er sie, dreimal entkommt er. Aber sie gibt nicht auf. Und schließlich wird seine Seele "zum Sterben matt" – er gibt nach. Das Geheimnis seiner Kraft liegt nicht in den Haaren selbst, sondern in dem, wofür sie stehen: seine Weihe, seine Beziehung zu Gott. Und genau die gibt er preis.

Die Philister scheren ihm die Haare, stechen ihm die Augen aus und lassen ihn gefesselt die Mühle drehen. Der einst so Starke ist nun blind, gebunden und gedemütigt. Doch dann geschieht etwas: Seine Haare beginnen wieder zu wachsen. Und mehr noch – in der Dunkelheit des Gefängnisses wächst etwas in seiner Seele.

Als die Philister ihn zu ihrem großen Fest holen, um sich über ihn lustig zu machen, betet Simson. Und dieses Gebet ist bemerkenswert: "Mein Herr, Herr" – er spricht zu Gott wie zu einem Vater. "Gedenke an mich und stärke mich, oh Gott, nur diesmal noch." Der starke Mann bittet um Kraft. Vielleicht hat er das sein ganzes Leben lang nicht getan. Er kommt nicht als Held, sondern als geläuterter, reumütiger Sünder.

Und Gott? Gott ist ein Gott der zweiten Chance. Er gibt Simson die Kraft zurück – nicht wegen seiner Verdienste, sondern weil Simson endlich seine Schwäche zugibt und die wahre Quelle der Kraft anerkennt.

Diese Geschichte stellt dir eine Frage: Woher kommt deine Kraft? Verlässt du dich auf deine eigene Stärke, deine Fähigkeiten, deine Erfolge? Oder bist du bereit, deine Schwachheit zuzugeben und täglich zu Gott zu kommen mit den Worten: "Ich brauche dich"? Denn genau das – die Anerkennung unserer Abhängigkeit von Gott – ist der Anfang wahrer Stärke.

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