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Siehe, dein König kommt zu dir - 1. Advent

Sonntag, 27. November 2016
40 Minuten

Siehe, dein König kommt zu dir - 1. Advent

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Jesus zieht nach Jerusalem – nicht heimlich, nicht zufällig, sondern mit einer klaren Absicht: Er will eine uralte Prophetie erfüllen. Doch bevor er in die Stadt einzieht, wo zweieinhalb Millionen Menschen das Passahfest feiern, geschieht etwas Bemerkenswertes auf dem Weg von Jericho hinauf nach Jerusalem.

Zwei blinde Männer sitzen am Straßenrand. Sie hören, dass Jesus vorüberzieht, und sie beginnen zu schreien: "Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns!" (Matthäus 21). Die Menge will sie zum Schweigen bringen, doch sie rufen nur noch lauter. Und dann – Jesus bleibt stehen. Mitten in der Volksmenge sieht er den Einzelnen. Er fragt sie: "Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?" Ihre Antwort ist einfach: "Herr, dass unsere Augen geöffnet werden." Das Mitleid packt Jesus, er berührt ihre Augen, und sofort können sie sehen.

Diese Begegnung zeigt dir etwas Entscheidendes: Gott ist an deinem Leben mehr interessiert, als du vielleicht denkst. Deine Bitte bewegt sein Herz. Aber es braucht Mut, in der Menge aufzufallen und Jesus um Hilfe zu bitten – besonders in einer Zeit, in der uns so vieles vom Wesentlichen ablenkt.

Dann zieht Jesus weiter nach Jerusalem. Er schickt Jünger voraus nach Betfage, um eine Eselin mit ihrem Füllen zu holen. Alles ist vorbereitet. Die Jünger legen ihre Obergewänder auf das junge Tier – eine Königshuldigung. Das Volk breitet Kleider und Palmzweige auf dem Weg aus und ruft: "Hosianna dem Sohn Davids!" Sie erkennen in diesem Moment: Dieser Jesus ist mehr als ein Prophet – er ist König.

Doch dieser König ist anders. Er kommt demütig, auf einem Esel reitend, genau wie es Sacharja und Jesaja prophezeit hatten. Sogar Jakob hatte Jahrhunderte zuvor über seinen Sohn Juda gesprochen: "Er wird seinen Esel an den Weinstock binden" (1. Mose 49,11) – eine Prophetie, die sich nun Wort für Wort erfüllt.

Die Adventszeit erinnert dich daran: Jesus kam einmal als Kind, um zu retten. Er wird wiederkommen als Richter. Zwischen diesen beiden Ereignissen lebst du. Die Frage ist: Ist Jesus dein König? Bist du bereit, ihm dein Herz zu öffnen, wie die Menschen in Betfage ihre Ressourcen zur Verfügung stellten? Jesus missbraucht dich nicht – er gibt Leben in voller Genüge (Johannes 10,10).

In einer Zeit, die von Konsum und Hektik geprägt ist, braucht es Mut, innezuhalten. Es braucht Zeit und Ruhe, um diesem König zu begegnen. Wie die blinden Männer darfst du heute rufen: "Herr, erbarme dich über mich!" Und Jesus fragt auch dich: "Was willst du, dass ich dir tun soll?"

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