Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen
Jesus Christus ist der Friedefürst – und doch erleben wir täglich, wie zerbrechlich der Frieden unter uns Menschen ist. Seit Jesus auf dieser Erde war, wurden Tausende von Friedensverträgen geschlossen, kaum einer hielt länger als zwei Jahre. Tausende von Kriegen wurden geführt, oft sogar unter dem Vorwand, Gottes Reich zu bauen. Ob im Nahen Osten oder an einer engen Straßenecke in Dilwisenstein – der Unfrieden beginnt in unseren Herzen.
In Matthäus 5,9 sagt Jesus: "Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen." Das klingt wunderbar, und viele von uns sind stolz darauf, sich Kinder Gottes zu nennen. Doch dieser Vers hat es in sich: Du bist ein Kind Gottes, wenn du friedfertig bist, wenn du Frieden schaffst. Das griechische Wort bedeutet wörtlich "Frieden tun" oder "Frieden schaffen".
Jakobus konfrontiert uns schonungslos mit der Realität: "Woher kommen die Auseinandersetzungen unter euch? Kommen sie nicht daher, dass in euch selbst ein Kampf tobt?" (Jakobus 4,1-3). Eigensüchtige Wünsche, Gier, Neid, Eifersucht, Rücksichtslosigkeit – das sind die Eigenschaften der Welt. Wenn diese Dinge dein Leben bestimmen, hast du den Bund mit Gott gebrochen wie eine Ehebrecherin. Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft mit Gott – nicht wegen äußerlicher Dinge, sondern wegen dessen, was aus deinem Herzen kommt.
Die Weisheit von oben hingegen ist rein, friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt gute Früchte hervor (Jakobus 3,13-18). Friedensstifter zu sein bedeutet nicht, zu allem Ja zu sagen oder ein Fußabtreter zu werden. Es bedeutet, durch göttliche Kraft bemüht zu sein, zerbrochene Beziehungen auf der Grundlage von Wahrheit und Gerechtigkeit wiederherzustellen.
Jesus sagt: "Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch" (Johannes 14,27). Paulus ermutigt: "Ist es möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden" (Römer 12,18). Am Ende deines Lebens wirst du nicht für durchgeführte Kreuzzüge belohnt, sondern für den errungenen Frieden.
