Wir leben in einer Zeit, in der es uns unglaublich gut geht. Warme Häuser, genug zu essen, Sicherheit – während zur gleichen Stunde unzählige Menschen auf dieser Welt frieren und hungern. Doch gerade in diesem Wohlstand werden wir oft blind für eine der kraftvollsten Wahrheiten, die Jesus uns in der Bergpredigt zeigt: "Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden."
Diese Worte schlugen damals ein wie eine Bombe. Jesus zeigte den Menschen eine völlig neue Perspektive auf das Leben – die Prinzipien des Himmelreichs. Und dieses Himmelreich, das ist nicht erst irgendwann später. Jesus sagte: "Das Himmelreich ist mitten unter euch." Du hast die Wahl: Dir die Hölle auf Erden schaffen oder nach den Prinzipien des Himmels leben – schon jetzt.
Aber was bedeutet es, Leid zu tragen? Es geht um drei Dimensionen: Erstens, die Trauer über unseren verlorenen Zustand zu erkennen. Nicht oberflächlich darüber hinwegzugehen, sondern wirklich zu sehen, wo wir ohne Gott stehen. Zweitens, die Bereitschaft zu entwickeln, selbst Leid zu ertragen. Wir sind so verwöhnt geworden, dass wir bei jedem kleinen Wehwehchen zusammenbrechen. Doch zum Leben gehören auch die mageren Jahre nach den fetten Jahren. Und drittens – und das ist vielleicht das Wichtigste – die Bereitschaft, mit anderen Leid zu tragen.
Denk an einen Menschen, der unter einer schweren Last zusammenbricht. Du kannst vorbeigehen und sagen: "Oh, das tut mir so leid für dich." Oder du stellst deine Schulter darunter. Wenn mehrere anpacken, wird die Last leicht. Genau das meint Jesus. In Römer 12,15 heißt es: "Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden."
Wenn du deinen Blick auf die Not des anderen richtest, wirst du merken, wie gut du es selbst hast. Deine eigenen Wehwehchen werden plötzlich klein. Aber wenn du nur auf dich schaust, kommst du aus dem Jammertal nie heraus. Selig sind, die da Leid tragen – denn sie werden getröstet werden. Und wer getröstet wird, erlebt wieder Freude.
