In Epheser 1,12 schreibt der Apostel Paulus einen bemerkenswerten Satz: "Damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit." Das ist eine radikale Aufforderung – lebe so, dass nicht du selbst bekannt wirst und groß rauskommst, sondern die Person, zu der du gehörst. Lebe zum Lob seiner Herrlichkeit.
Von Natur aus fällt uns das nicht leicht. Wir arbeiten und jemand anders bekommt das Lob – damit können wir nicht gut leben. Doch Paulus fordert im geistlichen Leben genau das von uns. Wie kann uns das gelingen?
Beschenkte Menschen leben für ihn. In Epheser 1,3-14 zählt Paulus die geistlichen Segnungen auf, die Gott uns geschenkt hat: Gotteskindschaft, Erlösung, Vergebung, das zukünftige Erbe, den Heiligen Geist. Dieser gesamte Abschnitt ist im griechischen Urtext ein einziger Satz – 202 Worte ohne Punkt. Paulus schreibt wie ein Kind, das begeistert seine Geburtstagsgeschenke aufzählt, ohne Luft zu holen. Bist du noch ergriffen von den geistlichen Segnungen in deinem Leben? Paulus konnte auf Ehre in dieser Welt verzichten, weil er sich als reich beschenkter Mensch verstand.
Demütige Menschen leben für ihn. Zehnmal verwendet Paulus in diesem Abschnitt Formulierungen wie "in Christus", "in ihm", "in dem Geliebten". Er wusste: Geistliche Segnungen kann man sich nicht verdienen. So begabt Paulus auch war – im Vergleich zu Gott sind wir alle nichts. Johannes der Täufer brachte es auf den Punkt: "Er muss wachsen, ich aber abnehmen" (Johannes 3,30). Wer nicht zu viel von sich hält, aber ein ganz großes Gottesbild hat, dem gelingt es, für Gott zu leben.
Weitsichtige Menschen leben für ihn. In Versen 13-14 spricht Paulus vom Heiligen Geist als Siegel und Unterpfand auf unser Erbe. Das Größte, was wir bekommen haben, steht noch aus. Der Hebräerbriefschreiber erinnert uns: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen die zukünftige (Hebräer 13,14). Von Amschel Meyer Rothschild, dem reichsten Mann seiner Zeit, wird erzählt, dass er sein Haus bewusst unvollendet ließ – das Dachgesims fehlte. Als orthodoxer Jude wollte er damit ausdrücken: Ich richte mich hier nicht für die Ewigkeit ein.
Die Ewigkeitsperspektive hilft dir, gelassener im Alltag zu leben. Sie gibt Kraft in schweren Momenten, weil du weißt: Irgendwann ist das vorbei, und dann interessiert es keinen mehr. Dann gibt es eine Zeit, da ist das alles vorbei.
Wofür lebst du? Wer soll am Ende deines Lebens groß dastehen – du selbst oder die Person, zu der du gehörst? Wenn am Ende deines Lebens niemand dich kennt, aber Christus bekannt geworden ist, dann hat es sich gelohnt.
