Gott hat uns nicht vergessen – auch nicht in Europa, wo wir in Frieden und Wohlstand leben. Doch manchmal verlieren wir den Blick für das Wesentliche. In Syrien gibt es einen 13-jährigen Jungen, den sie nur noch "Doc" nennen. Seine Mutter hat er im Krieg verloren, sein Vater unterstützte die Rebellen. Statt zu verzweifeln, hilft er in einem Lazarett: Er verbindet Wunden, beatmet Koma-Patienten, trägt Verletzte – mit 13 Jahren hat er bereits 500 Menschen sterben sehen. Trotzdem zeigt er keine Verbitterung, sondern dient den Menschen um ihn herum. Er erinnert an den barmherzigen Samariter, den Jesus als Vorbild darstellte.
Jesus selbst sagt in Markus 10,45: "Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." Genau das zeigt sich in Markus 2,1-12, wo vier Männer einen Gelähmten zu Jesus bringen. Das Haus in Kapernaum ist überfüllt, die Tür blockiert – doch sie lassen sich nicht aufhalten. Sie decken das Dach ab und lassen ihren Freund direkt vor Jesus herunter. Was für ein Glaube! Sie vertrauen bedingungslos darauf, dass Jesus diesem Menschen helfen wird.
Jesus sieht ihren Glauben und reagiert – allerdings anders als erwartet. Statt den Gelähmten sofort zu heilen, sagt er: "Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Die Seele, der Geist des Menschen steht für Jesus an erster Stelle, nicht der Körper. Doch die Schriftgelehrten und Pharisäer, die ebenfalls im Raum sitzen, empören sich innerlich: "Wie kann er so reden? Das ist Gotteslästerung!" Sie sind nicht an der Rettung des Menschen interessiert, sondern nur daran, ob Jesus ihre religiösen Regeln einhält.
Jesus durchschaut ihre Gedanken und stellt eine entscheidende Frage: "Was ist leichter – zu sagen 'Dir sind deine Sünden vergeben' oder 'Steh auf und geh'?" Um seine Vollmacht zu beweisen, heilt er den Mann mit einem Schöpfungswort. Der Gelähmte steht auf, nimmt sein Bett und geht – vor aller Augen.
Hier zeigen sich zwei Gruppen: Die eine bringt Menschen bedingungslos zu Jesus, vertraut ihm völlig und lässt sich von keinem Hindernis aufhalten. Die andere hält Menschen von Jesus fern, versteckt sich hinter religiösen Formen und verliert das Wesentliche aus den Augen. In unserer Wohlstandsgesellschaft konzentrieren wir uns oft zu sehr auf uns selbst. Unser Job, unsere Leistung, unser Erfolg stehen im Mittelpunkt. Doch Jesus ruft uns zu einem Leben des Dienens auf – nicht in der Freizeit als Hobby, sondern als Kern unserer Existenz.
Die Frage ist: Welcher Gruppe ähnelst du? Bist du ein Hinbringer zu Jesus oder hältst du Menschen von ihm fern? Entwickle ein bedingungsloses Vertrauen zu Christus, dass er jedem hilft, der zu ihm kommt. Sei ein Hinbringer zu Jesus.
