Gott legt einen unglaublich hohen Wert auf unsere Beziehungen zueinander. In Matthäus 5 sagt Jesus etwas Radikales: Wenn du deine Gabe zum Altar bringst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass deine Gabe vor dem Altar liegen. Geh zuerst und versöhne dich mit deinem Bruder – danach komm und bring dein Opfer. Das kann bedeuten, den ganzen Berg wieder hinunterzugehen, zwei Tagereisen zurückzulegen. Aber Gott sagt: Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen sind wichtiger als unser Dienst, wichtiger als unser Opfer.
Psalm 133 beschreibt diese Einheit als etwas unglaublich Kostbares: "Siehe, wie fein und wie lieblich ist's, wenn Brüder in Eintracht beisammen sind." David vergleicht diese Einheit mit zwei kraftvollen Bildern – der Salbung Aarons und dem Tau des Berges Hermon. Die Salbung machte Aaron zum Hohepriester, gab ihm Zugang zum Allerheiligsten. Wenn du in Einheit mit deinen Geschwistern lebst, bekommst du genau diese Rechte. Die Einheit ist heilig, sie heiligt uns und gibt uns Zugang zu Gottes Gegenwart.
Der Berg Hermon speist mit seinem Wasser unzählige Quellen – überlebensnotwendig für die ganze Region. Genauso fließt der Segen der Einheit nicht nur zu dir, sondern zu allen Menschen um dich herum. Wenn du in Unfrieden lebst, raubst du nicht nur dir selbst den Segen, sondern auch deiner Familie, deinen Nachbarn, deiner Gemeinde.
Jesus greift diesen Gedanken in seiner Abschiedsrede auf: "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Die frühe Gemeinde lebte das aus – ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt, und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen.
Konflikte gehören zu unserer gefallenen Natur. Die Frage ist: Lassen wir uns von ihnen beherrschen oder versöhnen wir uns? Gerade im Versöhnen wird Einheit richtig sichtbar und gewinnt an Tiefe. Wo sind bei dir noch ungeklärte Dinge, Verbitterung, Schuld? Es ist nie zu spät für einen Neubeginn – und Einheit bringt Segen.
