Im Garten Eden entsprang ein einziger Strom, der alle Bäume tränkte und dem Menschen Leben gab. Dieser Garten lag auf einer einzigartigen Anhöhe – der Mensch sollte erhaben wohnen über allen anderen Geschöpfen, Gott und dem Himmel so nah wie kein anderes Wesen. Dort herrschte vollkommene Einheit: Gott kam jeden Abend wie ein treuer Freund zu Adam und Eva, ihre Ehe war ungetrübt, ihre Gemeinschaft ungeteilt.
Doch außerhalb des Gartens teilte sich dieser eine Lebensstrom in vier Flüsse – und die Bibel beschreibt bereits im Schöpfungsbericht, was mit dem Menschen geschehen würde. Der Pischon fließt ins Land der Sanddünen, der Gichon ins Land der Knechtschaft, der Tigris ins Land der Gefangenschaft, der Euphrat ins Land der Verwirrung. In abfallender Höhe werden diese Länder genannt, und die Botschaft ist klar: Je weiter du dich von Gott entfernst, desto tiefer sinkst du – geistlich und moralisch.
Doch selbst in die Wüste hinein ergießt sich der Strom Pischon, und dort finden sich drei kostbare Schätze: Gold, Bedolachharz und der Schohamstein. Das Gold steht für den ewigen Gnadenbund Gottes – denselben Stoff, aus dem die Bundeslade, der Leuchter und der Räucheraltar gefertigt wurden. Es symbolisiert deinen Glauben, der geprüft und geläutert wird. Das Bedolachharz erinnert an das himmlische Manna, das Wort Gottes, das heilt und nährt. Der Schohamstein mit seinen schwarzen und weißen Streifen wurde auf die Schulter des Hohepriesters gelegt – wenn er aus dem Allerheiligsten herauskam, leuchteten die weißen Streifen so stark, dass das Schwarze verschwand.
Genau das hat Jesus Christus für dich getan. Paulus schreibt am Ende seines Lebens: "Ich bin der größte Sünder" – nicht "ich war", sondern "ich bin". Vor Gott siehst du die schwarzen Streifen in deinem Leben, aber durch Jesus Christus lässt Gott die weißen Streifen hervorleuchten. In Offenbarung 2,17 verspricht er: Wer überwindet, dem wird er einen vollkommen weißen Stein geben.
Die Frage ist: Welchem der vier Flüsse gleichst du heute? Dem Pischon mit seinem stetigen, klaren Wasser voller Kraft? Dem Gichon, der anfangs gewaltig durchbrach, aber mit der Zeit träge wurde? Dem Tigris, der zwar fließt, aber gefangen liegt zwischen hohen Mauern aus Orthodoxie und menschlichen Satzungen? Oder dem Euphrat, der breit aber seicht ist, sich mit jedem Tümpel vermischt und dessen Wasser bitter wird?
Jesus verheißt in Johannes 7,38: "Wer an mich glaubt, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen." Diese Verheißung darfst du in Anspruch nehmen – damit aus deinem Leben frisches, klares, lebendiges Wasser fließt für eine dürstende Welt.
