Gott offenbart sich im Schöpfungsbericht ab Kapitel 2 nicht mehr nur als Elohim, der Schöpfergott der Ordnung und Gesetzmäßigkeit, sondern mit seinem persönlichen Namen JHWH – dem Allgegenwärtigen. Dieser Name vereint alle drei Zeitformen: Er war, er ist, er wird sein. Er ist der ewige Gott, der dir nicht nur das Dasein geschenkt hat, sondern es dir jeden Augenblick neu verleiht und jeden Moment so gestaltet, wie du es für deine geistliche Entwicklung brauchst. Aus unermesslicher Barmherzigkeit stellt Gott seine Gnade vor seine Gesetzmäßigkeit – denn er weiß, dass du in Sünde fallen kannst.
Bevor es Menschen gab, bewässerte ein Dunst die Erde. Doch allein um deinetwillen schuf Gott den Regen – ein Wunderphänomen, das deine Arbeit fördern soll. Welcher Verstand kann begreifen, wie gewaltige Wassermassen vom Meer übers Land getragen werden, zur rechten Zeit, am richtigen Ort, im richtigen Maß? Dann bildete Gott den Menschen aus Staub und blies ihm den Odem des Lebens ein. Anders als bei Tieren kehrt deine Seele nicht zur Erde zurück – sie muss sich vor Gott stellen.
Der Garten Eden war kein gewöhnlicher Ort. Er war der Inbegriff vollkommenster Ordnung, ein Ort der Glückseligkeit. Das hebräische Wort bedeutet "veredeln, verzärteln" – wie wenn wilde Zweige in einen edlen Baum gepfropft werden. Gott nahm den Menschen aus dem Mittelpunkt der Schöpfung und versetzte ihn nach Osten in den Garten, in den priesterlichen Wirkungsbereich. Dort sollte er für den Dienst vorbereitet werden.
Im Zentrum des Gartens stand der Baum des Lebens – nicht mehr der Mensch. Eine schwere Lektion: Nicht du stehst im Mittelpunkt, sondern das Wort Gottes, Jesus Christus. Adam und Eva aßen täglich vom Baum des Lebens, und der Tod hatte keine Macht über sie. Daneben wuchsen allerlei Bäume – lieblich anzusehen und gut zur Nahrung. Diese göttliche Vielfalt ist ein Erziehungsprinzip: 66 Bücher der Bibel, verschiedene Musikinstrumente, unterschiedliche Dienste in der Gemeinde, viele Sprachen zur Anbetung Gottes.
Doch da war auch der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. An diesem Baum wartete die Schlange. Dieser Baum verhalf dem Menschen, sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen – losgelöst von Gottes Wort, nur auf Verstand und Sinne vertrauend. Gott gebot: Von allen Bäumen darfst du essen, aber von diesem nicht. An dem Tag, wo du davon isst, wirst du sterben – deine Beziehung zu Gott und schließlich deine Existenz.
Vor dieser Wahl stehst auch du: Wandle im Geist, erhalte dir den Zugang zum Baum des Lebens.
