Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm. Diese schlichte Aussage aus 1. Samuel 3,19 birgt eine gewaltige Wahrheit: Gott ließ keines von Samuels Worten auf die Erde fallen. Was dieser kleine Junge sprach, erfüllte sich. Doch wie kam es dazu?
Die Geschichte beginnt mit Hannah, einer gebeugten Frau, die unter der Stacheligkeit ihrer Nebenfrau Penina litt. Statt zurückzuschlagen, brachte Hannah ihre Not vor Gott. Sie betete so intensiv im Haus des Herrn, dass der Priester Eli sie für betrunken hielt. Aus diesem verzweifelten Gebet entstand ein Gelübde: Wenn Gott ihr einen Sohn schenkt, will sie ihn dem Herrn zurückgeben – sein Leben lang.
Und dann geschah das scheinbar Undenkbare: Hannah gab ihren lang ersehnten, erbeteten Sohn weg. Über 30 Kilometer entfernt zur Stiftshütte, wo er bei Eli dienen sollte. Sie wusste genau, was ihn dort erwartete: Er würde als Knecht leben und der Gottlosigkeit der Söhne Elis ausgesetzt sein – Hohepriester, die den Herrn nicht kannten, die das Recht beugten und Hurerei trieben.
Doch Samuel entwickelte kein Trauma. Er lernte etwas viel Wichtigeres: Er lernte, auf die Stimme Gottes zu hören. Als nachts eine Stimme ihn rief, stand er auf und ging zu Eli: "Hier bin ich, du hast mich gerufen." Dreimal geschah dies, bis Eli erkannte: Das ist der Herr. Samuel hatte ein empfindsames Herz und Ohren, die zuhören konnten.
Der Unterschied zwischen Samuel und den Söhnen Elis? Samuel suchte die Weisung Gottes. Er lebte nach Psalm 86,11: "Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit, erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte." Die Furcht Gottes war seine Lebenseinstellung. Obwohl er täglich sah, wie die Söhne Elis Böses taten, obwohl er all das Drumherum mitbekam – er lernte zu unterscheiden zwischen den Stimmen.
Genau diese Herausforderung steht heute vor unseren Kindern. Sie werden in der Schule eine Flut von Einflüssen erleben, verschiedenste Stimmen hören – von Mitschülern, Lehrern, durch Smartphones. Sie müssen lernen zu unterscheiden: Welche Stimme kommt von Gott und welche vom Bösen?
Du kannst deinen Kindern die beste Ausbildung geben, die modernste Ausstattung kaufen – aber den Glauben kannst du nicht vererben. Die persönliche Beziehung mit Gott muss jeder selbst aufbauen. Was du aber tun kannst: beten, wie Hannah es tat. Ein authentisches Beispiel sein in der Gottesfurcht. Den Weg zeigen – gehen müssen sie ihn selbst.
Als alter Mann konnte Samuel zurückblicken und sagen: "Habe ich jemals das Recht gebeugt?" Das Volk musste antworten: "Nein, du warst rechtschaffen." Gehorsam erwies sich als besser als Schlachtopfer. Möge auch von dir einmal gesagt werden können: Der Herr war mit ihm und hörte, was er sprach.
