Pilatus und Josef von Arimathia – zwei einflussreiche Männer, beide in hohen Positionen, beide begegnen Jesus in den letzten Stunden seines Lebens. Doch ihre Entscheidungen könnten unterschiedlicher nicht sein, und ihre Schicksale ebenso.
Pilatus war römischer Statthalter in Judäa, ein erfolgreicher Militär und Politiker, der die höchste richterliche Gewalt verkörperte. Römer 13 sagt uns, dass jede Obrigkeit von Gott eingesetzt ist – doch nicht jede Regierung führt aus, wozu Gott sie bestimmt hat. Pilatus missbrauchte seine Stellung systematisch: Er provozierte die Juden, entwendete Tempelgelder, ließ sich bestechen. Seine Taten prägten sein Gewissen – und genau das wurde ihm zum Verhängnis.
Als Jesus vor ihm steht, erkennt Pilatus die Wahrheit. Er verhört Jesus im Prätorium und hört von einem Reich, das nicht auf Macht und Gewalt basiert, sondern auf Wahrheit. Johannes 18 zeigt uns diesen Dialog: Jesus erklärt, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. Pilatus, der erfahrene Politiker, winkt ab: "Was ist Wahrheit?" Er findet keine Schuld an Jesus – das richtige Urteil! Doch setzt er es um? Nein. Seine vergangenen Taten haben ihn abhängig gemacht vom Volk, erpressbar. Sogar seine Frau warnt ihn durch einen Traum: "Habe nichts zu schaffen mit diesem Gerechten!" Aber Pilatus beugt sich dem Druck.
Er versucht Deals zu machen, schiebt Jesus zu Herodes ab, bietet dem Volk die Wahl zwischen Jesus und dem Mörder Barabbas. Nichts funktioniert. Die jüdischen Obersten setzen ihm das Messer an die Brust: "Wenn du diesen freilässt, bist du kein Freund des Kaisers." Pilatus, die Marionette des Volkes, verurteilt Jesus zum Tod – entgegen seinem Gewissen, entgegen dem römischen Recht. Er wäscht sich symbolisch die Hände, doch welches Wasser kann von Blutschuld reinigen?
Sein Ende? Sechs Jahre später wird er abgesetzt, angeklagt wegen Bestechung, Raub und Grausamkeit. Verbannt nach Südfrankreich, später zum Freitod gezwungen. Ein Leben verspielt.
Josef von Arimathia hingegen – ebenfalls reich, einflussreich, Mitglied des Sanhedrins – trifft eine andere Wahl. Lukas 23 sagt: Er stimmte dem Rat nicht zu. Er war ein stiller, heimlicher Jünger aus Furcht vor den Juden. Doch als es darauf ankam, handelte er. Zusammen mit Nikodemus bat er Pilatus um den Leichnam Jesu. Sie kauften 33 Kilogramm Myrrhe und Aloe – eine Ehre, die nur den Edelsten zustand. Sie wickelten Jesus in weiße Tücher als Zeichen seiner Gerechtigkeit und legten ihn in Josefs eigenes Familiengrab.
Nach jüdischer Tradition beteten sie Psalm 16: "Du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht." Ihr Glaube wurde belohnt – Jesus stand nach drei Tagen auf.
Dein Lebensschicksal entscheidet sich nicht an deiner Position oder Macht, sondern an deiner Entscheidung für Jesus Christus. Deine Taten prägen dein Gewissen – wirst du wie Pilatus alles verlieren oder wie Josef das Richtige tun, wenn es darauf ankommt?
