Persona non grata - eine unerwünschte Person
Mobbing auf dem Schulhof kennen wir alle – das stille, verängstigt Kind, das nicht mehr zur Schule will, täglich gepickt wie die schwache Henne im Stall. Besonders hart trifft es oft die Kinder, die von klein auf gelernt haben, gottesfürchtig zu sein, nachzugeben, nicht zurückzuschlagen. Die Welt kann grausam sein, selbst dort, wo Kinder unbarmherzig ehrlich zuschlagen.
Doch Mobbing gibt es nicht nur auf dem Schulhof. Was passiert, wenn du plötzlich zur "persona non grata" wirst – zur unerwünschten Person? In der Welt mag das normal sein. Aber in der Gemeinde? Wenn du eine andere Meinung hast, eine Frage stellst, etwas anders verstehst? Wenn im Namen Gottes die schmerzhaftesten Trennungen vollzogen werden – durch Familien, Verwandtschaften, jahrzehntelange Freundschaften hindurch?
Die Bibel ist klar: Sünde dürfen wir nicht tolerieren. Unzucht, Unreinheit, ein unordentliches Leben – davon sollen wir uns abwenden, wie Paulus in 2. Timotheus 3 oder 1. Korinther 5 schreibt. Aber was ist mit den vielen Streitigkeiten, die gar nicht um diese großen Wahrheiten gehen? Jakobus 4 fragt provokant: Woher kommt der Streit unter euch? Nicht von Gelüsten in euren Gliedern, die unter einem frommen Mantel versteckt werden?
Wie oft diskutieren wir über Banalitäten, Traditionen, Gewohnheiten – und sind nicht fähig, das auf menschlicher Ebene zu klären? Jakobus gibt uns den Schlüssel: Sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Und Jesus zeigt in Matthäus 18 den Weg: Geh zu deinem Bruder, sprich unter vier Augen, hab den Mut zur ehrlichen Aussprache.
Kolosser 3 ruft uns zu: Zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld. Vergebt einander. Über alles aber zieht an die Liebe. Denn wenn wir Gott lieben und Gott unseren Bruder liebt – wie können wir dann anders, als einander so zu lieben, wie Christus uns geliebt hat?
