Nuetzliche Lektionen aus schwierigen Situationen
Gott bewegt manchmal unser Herz auf unerwartete Weise. Als ich den Ruf spürte, nach Syrien zu reisen – zum ersten Mal seit dem schrecklichen Krieg – war meine Frau alles andere als begeistert. Die Diskussionen wurden heftig. Ich bat Gott um drei klare Zeichen, nicht nur eines. Und sie kamen, eines nach dem anderen, bis sogar eine Geburtstagskarte von jemandem eintraf, der nichts von meinen Plänen wusste, aber genau über diese Reise schrieb.
Was ich in Syrien erlebte, übertraf alles: Eine Gemeinde, in der vom Pastor bis zum letzten Mitglied alle aus muslimischem Hintergrund kamen – 100 Prozent bekehrte Muslime. Ein Bruder zeigte mir sein im Bau befindliches Haus, mitten auf einem Acker in einem rein muslimischen Dorf. Der erste Stock wird Gemeinde, der zweite für Versammlungen, der dritte für seine Familie. Und das Fundament? Ein Kreuz – wenn jemand es entfernen würde, fiele das ganze Haus zusammen.
Doch bei all dem Segen in Syrien stellte sich mir eine tiefere Frage: Warum lässt Gott manchmal schwierige Situationen zu? Die Geschichte von Lazarus in Johannes 11 zeigt etwas Erstaunliches. Jesus war der beste Freund dieser Familie. Als Lazarus krank wurde, schickten Martha und Maria ihm eine Nachricht: "Der, den du liebst, ist krank." Sie erwarteten, dass Jesus sofort kommen würde – schließlich hatte er so viele andere geheilt. Aber was tat Jesus? Er ging zwei Tage in die entgegengesetzte Richtung.
Zwischen Lazarus' Erkrankung und seiner Auferstehung lagen acht bis elf Tage. Warum sollte diese Familie so lange leiden? Weil Jesus sie liebte und sie drei entscheidende Lektionen lernen sollten.
Erste Lektion: Jesus mehr kennenlernen. Martha und Maria wussten viel über Jesus, hatten von seinen Wundern gehört. Aber Kopfwissen ist nicht genug. Jeden Tag müssen wir Jesus neu erleben. Unsere Gnade ist neu für jeden Tag – wie unser tägliches Brot. Der gefährlichste Ort der Welt ist übrigens nicht Syrien oder die Autobahn, sondern das Bett, denn dort sterben die meisten Menschen. Wenn du morgens aufwachst, hast du eine neue Aufenthaltserlaubnis für einen Tag bekommen.
Zweite Lektion: Jesus gibt keine Auferstehung – er IST die Auferstehung. Das ist kein Ereignis, keine Gabe, sondern eine Person. Bei der Witwe von Nain oder der Tochter des Synagogenvorstehers gab Jesus Auferstehung. Aber bei Martha und Maria wollte er, dass sie verstehen: "Ich bin die Auferstehung und das Leben." Das verändert alles. Es geht nicht um seine Gaben, sondern um die Beziehung zu ihm als Person.
Dritte Lektion: Jesus ist das Leben selbst. Am Kreuz besiegte er den Tod, den Mörder von Anfang an. Der Unterschied? Satan gibt den Tod, aber Jesus IST das Leben. Wenn du ihn hast, verliert das Wort "Tod" seine Macht. Deshalb konnte Paulus sagen: "Leben ist für mich Christus, Sterben Gewinn."
Martha und Maria glaubten, dass Jesus die Auferstehung ist – während Lazarus noch im Grab lag. Das ist der Glaube, den Gott sucht: Ihm vollkommen zu vertrauen, auch wenn deine Situation hoffnungslos erscheint. Lass niemanden Einfluss auf deinen Glauben haben, nur Jesus. Er hat das letzte Wort.
