Noah lebte in einer Zeit, in der die Menschen sich vom Geist Gottes nicht mehr ansprechen ließen. In 1. Mose 6,3 beschreibt Gott selbst diese Situation: Die Menschen wollten sich nicht mehr strafen lassen, sie hörten nicht mehr auf Gottes Stimme. Sie waren materialistisch ausgerichtet, selbstsüchtig, neidisch und brutal. Doch Gott liebte sie dennoch und gab ihnen 120 Jahre Zeit zur Umkehr. Noah war anders – er blieb Gott treu, brachte Blutopfer wie Abel und wartete auf den verheißenen Erlöser.
Was musste Noah tun, um Gott zu gefallen? Er musste gehorsam sein. Bevor er die Arche baute, musste er das tun, was Gott seit Adam und Eva als einzigen Weg zu sich akzeptierte: Blutopfer bringen. Kain hatte Gott Früchte seiner Ernte gebracht, doch Gott nahm es nicht an. Abel brachte ein Blutopfer – das nahm Gott an. Diese Opfer waren ein Bild auf Jesus Christus, dessen Blut uns von Schuld und Sünde reinigt. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.
Noahs Gottesdienst war alles andere als spektakulär. Er bestand aus harter Arbeit, Material beschaffen, eine Arche bauen. Die Menschen verspotteten ihn. Gefühlsmäßig war das extrem schwer für ihn. Doch er blieb treu.
Genau hier setzt die Begegnung mit Petrus in Lukas 5 an. Nach einer erfolglosen Nacht sitzt Petrus erschöpft am Ufer und reinigt seine Netze. Jesus kommt in seinen Alltag hinein – ohne zu fragen, ob es passt. Er bittet um Petrus' Boot, um zum Volk zu sprechen. Petrus unterbricht seine Arbeit und lässt Jesus einsteigen. Dann kommt der Auftrag: "Fahr nochmal raus und wirf die Netze aus." Petrus' Antwort zeigt sein Vertrauen: "Meister, wir haben die ganze Nacht nichts gefangen, aber auf dein Wort hin will ich es tun."
Durch diesen einfachen Gehorsam lernt Petrus Jesus wirklich kennen. Der Fang ist so gewaltig, dass beide Boote fast sinken. Petrus ist überwältigt und beschämt zugleich. Er erkennt, wer Jesus wirklich ist, und bittet: "Geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch." Doch genau in diesem Moment sagt Jesus: "Fürchte dich nicht. Von nun an wirst du Menschen fangen."
Und dann geschieht etwas Radikales: Petrus bringt die Schiffe ans Land, verlässt alles und folgt Jesus nach. Er weiß nicht, wie lange. Er weiß nicht, wie es weitergeht. Er weiß nicht, wie er seine Familie versorgen wird. Aber er gehorcht.
Nachfolge kostet. Sie kostet Zeit, Verbindlichkeit, manchmal alles. Jesus fragt nicht, ob es in deinen Zeitplan passt. Er kommt in deinen Alltag und gibt dir Aufgaben. Die Frage ist: Reagierst du wie Petrus? Sagst du: "Auf dein Wort hin will ich es tun", auch wenn es keinen Sinn macht? Oder schiebst du den Dienst an andere weiter?
Es gibt so viele kleine Arbeiten im Reich Gottes, wo Jesus dich einlädt. Nicht den Dienst an andere abschieben, sondern selbst anpacken. Was kostet es? Zeit. Aber was bekommst du zurück? Hundertfältig. Du darfst erleben, wie Jesus in deinem Leben wirkt, du bekommst tieferen Einblick in sein Handeln.
Wir leben in einer Zeit wie Noah. Bald kommt ein Gericht, aber Rettung ist noch möglich. Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu retten. Frag Jesus heute Morgen: Wo hast du eine Aufgabe für mich? Hilf mir, eine hörende und gehorsame Herzenshaltung wie Petrus zu haben.
