Jesus braucht Menschen, die mit Leidenschaft für ihn leben – nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag. In Matthäus 28,19 gibt Jesus allen seinen Nachfolgern einen klaren Auftrag: "Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker." Nicht: Bleib in deinem Zimmer und sorge nur für deine eigene Rettung. Sondern: Geh hinaus, beginnend vor deiner Haustür.
Die Geschichte von Paulus und Silas in Apostelgeschichte 16 zeigt, was echte Leidenschaft bedeutet. Sie wurden unschuldig brutal geschlagen und ins innerste Gefängnis geworfen – dorthin, wo die schwersten Verbrecher hinkamen. Mit schmerzenden Körpern, gefesselt, übermüdet, auf kaltem Steinboden. Menschlich gesehen hatten sie allen Grund zu murren und zu klagen. Doch was taten sie? Sie lobten und priesen Gott mitten in der Nacht. Psalm 50,23 sagt: "Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes." Dieser Vers ist ein Geheimschlüssel im Glauben – viele Türen öffnen sich durch Lobpreis, die durch Bitten und Klagen verschlossen bleiben.
Als Paulus und Silas Gott lobten, geschah ein Erdbeben. Die Türen öffneten sich, die Fesseln fielen ab. Doch sie liefen nicht weg. Warum nicht? Weil ihr Ziel nicht ihre eigene Freiheit war, sondern die Rettung von Menschen. Der Gefängniswärter wollte sich töten, doch Paulus rief: "Tu dir nichts Böses an, wir sind hier!" In dieser Nacht fand der Wärter zu Jesus, sein ganzes Haus wurde gerettet und getauft. Eine Seele ist mehr wert als die ganze Welt – und Paulus und Silas waren bereit, alles dafür zu geben.
Doch mit welchem Motiv dienst du Gott? 1. Korinther 13 macht deutlich: Selbst wenn du mit Engelzungen reden könntest, alle Geheimnisse wüsstest, Berge versetzen könntest oder all dein Hab und Gut den Armen gäbest – ohne Liebe, ohne das reine Motiv, ist es null wert. In Gottes Waage zählt nur, was aus echter Liebe geschieht. Nicht um gesehen zu werden, nicht um zur Gruppe zu gehören, sondern aus Leidenschaft für Jesus und die Menschen, die er retten will.
Jesus selbst hatte nur ein Motto: Retten. Selbst am Kreuz, in seinem größten Schmerz, als Gott ihn verlassen musste und alle Sünden auf ihm lagen, dachte er an den Schächer neben sich und rettete ihn im letzten Moment. Stephanus betete in seinem letzten Atemzug für seine Steiniger: "Herr, halte ihnen diese Sünde nicht vor!" Das ist Leidenschaft, die über unser Verständnis hinausgeht.
Heute braucht Gott Menschen, die nicht nur mit Worten bekennen, sondern leben. Die in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis – überall – ein Licht sind. Nicht perfekt, aber echt. Gott gebraucht die, die sagen: "Ich kann es nicht, aber Vater, gibst du es mir?" Er sucht keine Perfektion, sondern Herzen, die ihm ganz gehören. Dein Lächeln, deine Hilfsbereitschaft, dein Zuhören – all das kann missionieren, wenn es aus reinem Motiv geschieht.
Die Frage ist: Bist du bereit, mit Leidenschaft für Jesus zu leben? Nicht nur hier im Gottesdienst die Hand zu heben, sondern draußen, wo die Leute dich kennen, als überzeugter Christ zu stehen? Gott bewegt den ganzen Himmel für eine einzige suchende Seele. Er braucht dich dafür – mit Leidenschaft, mit reinem Motiv, zur Ehre Gottes.
