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Nachfolge - Ein Leben im WIR

Samstag, 25. Februar 2012
29 Minuten

Nachfolge - Ein Leben im WIR

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David sitzt in der Wüste, auf der Flucht vor seinem eigenen Sohn Absalom. Er hat seinen Thron verloren, seine Sicherheit, seine Zukunft scheint ungewiss. Und genau in dieser Situation schreibt er: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Psalm 23 ist nicht aus einer Position der Stärke entstanden, sondern aus tiefster Unsicherheit. Doch David kennt nicht nur die Worte – er kennt den Hirten persst.

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Aufsagen eines Psalms und dem Leben mit dem Hirten. Du kannst die Worte perfekt beherrschen, aber die eigentliche Frage lautet: Kennst du den Hirten? Ein Hirte ist mehr als ein Begleiter – er ist König, Beschützer, Versorger. Er kennt jedes einzelne Schaf, geht dem verlorenen nach und feiert, wenn er es zurückbringt.

In Johannes 12,24-26 zeigt Jesus, was Nachfolge wirklich bedeutet: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, um Frucht zu bringen. Nachfolge bedeutet, deine eigene Identität, deine Träume und Vorstellungen loszulassen. Viele haben Angst, in Gottes Nähe zu kommen, weil sie fürchten, dass er ihr Herz verändern könnte. Doch erst wenn du wie dieses Weizenkorn stirbst, kann neues Leben entstehen. Jeder Mensch wird irgendwann gebrochen – entweder durch Gott oder durch das Leben. Lass dich lieber von Gott brechen.

Nachfolge ist ein Leben im "Wir", nicht im "Ich". Wenn du sagst "Der Herr ist mein Hirte", dann gehst du nicht mehr allein durch die Wüste deines Alltags. Du folgst großen Fußspuren, die dich zu grünen Auen und stillen Wassern führen – selbst wenn um dich herum nur Sand ist. Gott führt dich "um seines Namens willen" – nicht wegen dir, sondern damit sein Name nicht in Verruf gerät. Das ist eine feste Zusage.

Auch durchs finstere Tal gehst du nicht allein. "Uns geht es schlecht" – dieser Satz funktioniert nicht, wenn Gott bei dir ist. Selbst im Konzentrationslager, wo Eli Wiesel fragte "Wo ist Gott?", kam die Antwort: "Hier ist auch Gott." In Jesaja 43,2 verspricht Gott: Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein. Die Ströme sollen dich nicht ersäufen, das Feuer dich nicht verbrennen.

Gott bereitet dir einen Tisch im Angesicht deiner Feinde. Gerade in den Talzeiten möchte er Gemeinschaft mit dir haben. Er salbt dein Haupt mit Öl – er kümmert sich um deine Wunden. Seine Güte und Gnade folgen dir dein Leben lang.

Die entscheidende Frage ist: Warst du schon auf deiner eigenen Beerdigung? Bist du bereit, mit deinem alten Leben zu sterben und Gott zu sagen: "Du bist mein Hirte"? Als Israel vor dem Jordan stand, mussten die Priester erst ins Wasser steigen, bevor Gott 30 Kilometer weiter den Fluss aufhielt. Das sind die Glaubensschritte, die Gott von dir erwartet.

Dein Hirte ist bei dir – im Alltag durch die Wüste, in der Not wie eine Brücke über dem Tal, und für immer.

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