Micha 6,8 - Wie lebt man so, dass man jederzeit bereit ist, Jesus zu begegnen?
Jesus hat versprochen wiederzukommen. In Johannes 14 sagt er klar: "Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten, und wenn ich hingehe, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen." Die Bibel bezeugt durchgehend, dass er in Macht und Herrlichkeit kommen wird. Jakobus fordert uns auf, geduldig zu warten wie der Landmann auf die Ernte – mit einer Haltung der Erwartung.
Aber mal ehrlich: Wenn Jesus heute Abend wiederkäme, wärst du bereit? Was löst dieser Gedanke bei dir aus – Freude und Sehnsucht oder eher Panik? Vielleicht merkst du, dass zwischen dir und Gott nicht alles in Ordnung ist. Was müsste sich verändern, damit du dich wirklich freuen könntest?
Der Prophet Micha lebte in einer erschreckend ähnlichen Zeit wie unserer. Israel hatte sich von Gott abgewandt, Götzen angebetet, moralisch war alles den Bach runtergegangen. Das Volk wusste nicht mehr, was richtig und falsch war. Interessanterweise wird Israel im Alten Testament als Ehefrau Gottes bezeichnet – eine Ehe in der Krise. Und wir als Gemeinde? Wir sind die Braut Christi, die auf ihren Bräutigam wartet. Aber leben wir auch so?
In Micha 6,6-8 stellt der Prophet die entscheidende Frage: "Womit soll ich vor den Herrn treten?" Die Israeliten dachten an tausende Opfer, Ströme von Öl, sogar an ihre Erstgeborenen. Aber Gottes Antwort ist radikal anders: "Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott."
Das Problem war: Israel ehrte Gott mit den Lippen, aber das Herz war fern. Und sind wir nicht manchmal genauso? Wir denken, wir gefallen Gott durch Gottesdienstbesuche, Bibelstunden, stille Zeit – alles gute Dinge! Aber dienst du Gott von Herzen oder nur aus Gewohnheit? Geistliche Blindheit führt dazu, Gott alles anzubieten außer der einen Sache, die er will: eine geistliche Hingabe des Herzens.
Was bedeutet das konkret? Recht tun heißt, Gottes Wort zu kennen und danach zu leben. Lies die Bibel regelmäßig – sie wird dich überführen und verändern. Liebe üben bedeutet echte, ungeheuchelte Liebe zu Gott und deinen Mitmenschen. Zeigt sich dein Glaube in deinem Verhalten? Und demütig wandeln mit Gott – das ist kein fünfminütiges Morgengebet, sondern den ganzen Tag mit ihm leben, ständig auf ihn ausgerichtet.
Von Henoch wird nur gesagt: "Er wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen." Was soll eines Tages von dir bekannt sein? Wenn du so mit Gott lebst, ist der Tod kein Schrecken mehr, sondern nur ein Hinübergehen. Nimm dir täglich ausführlich Zeit für Gott – nicht nur einen Vers, sondern vielleicht 45 Minuten. Es wird dein Leben mehr verändern als alles andere.
