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Mensch, wo bist du?

Samstag, 9. Februar 2013
47 Minuten

Mensch, wo bist du?

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Gott ruft seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte: "Mensch, wo bist du?" Als Adam und Eva sich vor ihm versteckten, war es nicht der Mensch, der auf Gott zuging – Gott machte sich auf die Suche. Dieser Ruf hallt bis heute nach, an jeden Menschen, der verloren ist.

Als Jesus nach Jerusalem reiste, drängten sich alle möglichen Leute um ihn – besonders Zöllner und Sünder, der Abschaum der Gesellschaft. Die Pharisäer und Schriftgelehrten standen in sicherer Distanz und murrten: "Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen!" Für sie war das undenkbar. Eine jüdische Überlieferung besagte sogar: "Der Mensch geselle sich nicht zu einem Gottlosen, selbst nicht, um ihn der Tora zu nähern."

Doch Jesus stellte ihnen eine einfache Frage aus Lukas 15: Welcher Hirte würde nicht die 99 Schafe zurücklassen und dem einen verlorenen nachgehen? Jeder vernünftige Mensch würde das tun. Und wenn er das Schaf findet, legt er es voller Freude auf seine Schultern und ruft seine Nachbarn zusammen: "Freut euch mit mir!" Dann wendet Jesus diese Geschichte auf sich selbst an: "So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen."

Die Botschaft ist radikal: Diese verachteten Menschen sind Gott unvorstellbar wertvoll – wertvoller als ein Schaf, wertvoller als du vielleicht denkst. Im Himmel findet ein riesiges Fest statt, wenn ein einziger Sünder umkehrt. Jesus kam nicht für perfekte Menschen in diese Welt. Römer 5,8 sagt es klar: "Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren."

Bevor du mit dem Finger auf die Pharisäer zeigst, prüfe dich selbst: Wie denkst du über Menschen, die völlig daneben leben? Schreibst du sie innerlich ab? Jesus wartete nicht, bis die Sünder in den Tempel kamen – er ging dorthin, wo sie lebten, in ihre Atmosphäre. Paulus lebte nach diesem Prinzip: "Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette" (1. Korinther 9,22).

Der Hirte trägt das gefundene Schaf nach Hause – es muss nicht aus eigener Kraft zurücklaufen. Auch du kannst aus eigener Kraft nichts verändern. Aber Jesus ruft: "Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken." Er ist der gute Hirte, der bereit war, sein Leben für die Schafe zu geben. Wenn Gott verlorene Menschen so wichtig sind, müssen sie uns genauso wichtig sein. Die Frage ist: Lässt du dich von diesem guten Hirten auf die Schulter nehmen?

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