In Philipper 4 steht eine klare Aufforderung: "Sorgt euch um nichts, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden." Keine Einschränkungen, keine Ausnahmen – um nichts sollst du dir Sorgen machen. Das sagt nicht irgendein Ratgeber, das steht in Gottes Wort.
Sorgen haben eine perfide Eigenschaft: Sie drehen sich um Dinge, die noch nicht eingetreten sind und vielleicht nie eintreten werden. Trotzdem zermartern wir uns den Kopf darüber. Und je mehr Aufmerksamkeit wir ihnen schenken, desto größer werden sie. Ein treffender Vergleich beschreibt es so: Sich Sorgen zu machen ist wie im Schaukelstuhl zu sitzen – es beschäftigt dich, bringt dich aber nirgendwo hin.
David wusste um diese Dynamik. In Psalm 55,23 schreibt er: "Wirf deine Anliegen auf den HERRN und er wird für dich sorgen." Wirf – das ist kein sanftes Hinlegen, sondern ein aktives Wegwerfen. Denk an Abraham, der seinen Sohn opfern sollte. Was muss diesem Mann durch den Kopf gegangen sein? Doch er gab seine Sorge Gott ab und nannte den Ort später "Der HERR wird dafür sorgen."
Jesus selbst warnt in seinen Gleichnissen eindringlich vor Sorgen. In Lukas 8,14 spricht er davon, dass Menschen das Wort hören, aber "von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und die Frucht nicht zur Reife bringen." Beachte die Reihenfolge: Sorgen stehen an erster Stelle, noch vor Reichtum und Vergnügungen. Sie hemmen dein geistliches Wachstum massiv. Vielleicht hat Gott dir eine Gabe gegeben, aber du machst dir Sorgen, was andere denken könnten. Gott wird dich nicht nach deinen Sorgen fragen, sondern danach, was du aus deinen Gaben gemacht hast.
In Lukas 21,34 warnt Jesus noch deutlicher: "Habt acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des Lebens, und jener Tag unversehens über euch kommt." Vor lauter Sorgen könnten wir das Wichtigste vergessen – dass der Herr wiederkommt.
Was beschäftigt uns konkret? Finanzielle Sorgen, Gesundheitsängste, Arbeitsplatzverlust, vielleicht sogar Terrorangst. Alles legitime Themen, aber sie liegen in der Zukunft. Und alles, was in der Zukunft liegt, kann eintreten, muss aber nicht. Ein Arzt gab seinem Sohn einmal mit auf den Weg: "Die größten Schwierigkeiten, mit denen du fertig werden musst, sind jene, die nie eintreffen." Wie oft zerbrechen wir uns den Kopf über Dinge, die sich später in Luft auflösen?
Psalm 127 bringt es auf den Punkt: "Wenn der HERR nicht das Haus baut, dann arbeiten die umsonst, die daran bauen." Das bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Es bedeutet, in Gemeinschaft mit Gott zu wirken, sich nach seinem Willen zu fragen und sich von ihm gebrauchen zu lassen. Wenn du dein Bestes gibst – mehr ist nicht möglich – kannst du das Übrige getrost Gott überlassen.
Ganz praktisch: Schreib deine Sorgen auf einen Zettel und verbrenne ihn. Oder pack sie gedanklich in einen Koffer und gib ihn bei Gott auf – wie am Flughafen. Gott wird ihn ans Ziel bringen. Bring ihm deine Sorgen im Gebet, mit Danksagung, so wie es in Philipper 4 steht. Lebe im Hier und Jetzt, nicht in einer sorgenerfüllten Zukunft. Setze die Gaben ein, die Gott dir heute gegeben hat.
Vielleicht sorgst du dich sogar um dein ewiges Leben. Diese Sorge darfst du ebenfalls Gott bringen. Jesus hat sein Leben gegeben, damit du deine Sünden an ihn abgeben kannst. Du wirst Vergebung erlangen und diese Sorge loswerden. Leg deine Sorgen nieder in Gottes Hand – nichts ist für ihn zu groß.
