In der Antike trug ein Mann denselben Namen wie Alexander der Große – doch während der König für Größe stand, brachte dieser Mann nur Schande über den Namen. Als der König davon hörte, stellte er ihn vor eine klare Wahl: "Entweder verändere deinen Namen oder lerne es, demselben Ehre zu machen." Diese Geschichte wirft eine brennende Frage auf: Wie viele, die sich Christen nennen, bringen unserem Herrn nur Schande?
In Philipper 1,27 steht die Aufforderung: "Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi." Das ist keine Einladung, sondern eine Herausforderung. Christsein bedeutet nicht: Du bist begnadigt, lebe wie du willst. Es sollte vielmehr ein tiefer Wunsch in dir sein, würdig zu leben – würdig dem Evangelium Christi. Auch Epheser 4,1 ermahnt uns, der Berufung würdig zu wandeln, zu der wir berufen worden sind.
Berufen zu sein bedeutet, von Gott in ein Amt eingesetzt zu werden. Bist du dir dieser Würde bewusst? Es geht nicht um Verdienst oder Belohnung, sondern um Gottes souveränes Handeln. Gott hat dich aus deinem verlorenen Zustand herausgerufen. Du bist ein Kind Gottes aus reiner Gnade – ein riesiges Privileg, das du nicht verdient hast.
Wozu beruft Gott uns? In 1. Korinther 1,9 wird es deutlich: zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus. Denn ohne Jesus sind wir auf ewig verloren. Doch Jesus hat heute viel Konkurrenz: das Fernsehprogramm, der Druck im Beruf, die Familie. Wir geben alles für so vieles – und vernachlässigen dabei unsere Beziehung zu Jesus, die Gottesdienste, das Gebet. Manchmal scheint es, als hätten wir vergessen, wozu wir eigentlich berufen sind.
Warum gerade du? Es gibt Gegenden, wo niemand je von Jesus gehört hat. Es ist allein Gottes Gnade, dass du berufen bist. Die Frage ist: Lebst du würdig oder bringst du nur Schande? Es geht nicht primär darum, dass du dir vornimmst, wieder öfter in die Gemeinde zu kommen. Es geht um dein Inneres: Wie ist deine Haltung zu Jesus? Wie ist diese Beziehung? Lebt dein Herz würdig?
Von unserem Wesen her bleiben wir unwürdig – wir schaffen es nie, dem zu entsprechen, was Gott von uns möchte. Nur durch Jesus können wir gerechtfertigt würdig vor Gott stehen. Dennoch spricht die Bibel uns als Heilige an (1. Korinther 1,2). Das führt zum zweiten Punkt: Lebe würdig deiner Heiligkeit.
Diese gefallene Natur darf uns niemals zur Resignation führen nach dem Motto "Ich bin halt so". In 1. Petrus 1,14-16 heißt es: "Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel." Heilig bedeutet: abgesondert vom Bösen, rein, makellos. Jesus hat uns durch sein Sterben heilig, tadellos und unverklagbar gemacht, um uns vor Gottes Angesicht darzustellen.
Zur Heiligung gehört Gehorsam. Um heilig zu leben, musst du deinen Herrn gut kennen – durch die Bibel. Gott hasst Sünde abgrundtief. Deshalb: Finger weg, spiel nicht mit dem Feuer. Die Bibel lehrt nicht, mit Sünde umzugehen, sondern von ihr zu fliehen. "Wer meint, er stehe, sehe zu, dass er nicht falle" (1. Korinther 10,12).
Vielleicht merkst du, dass Gott schon länger mit seinem Finger auf bestimmte Bereiche in deinem Leben drückt – eine ungeklärte Beziehung, eine Abneigung, Bereiche, wo du nicht würdig lebst. Pack es an, auch wenn es wehtut. Gott will dich heiliger machen, denn dazu hat er dich geschaffen. Wenn du in der Sünde verharrst, trittst du den Sohn Gottes mit Füßen und verschmähst die Gnade Gottes (Hebräer 10,29.31).
Lebe würdig deiner Berufung, lebe würdig deiner Heiligkeit. Beides ist ein Geschenk der Gnade Gottes – lebe dem angemessen.
