Jesus Christus ist am Kreuz für deine Schuld gestorben und siegreich auferstanden – das ist die Grundlage, auf der du auch in schwierigen Zeiten stehen darfst. Entmutigung begegnet dir täglich in deinem Glaubensleben, manchmal überfallartig. Du kannst morgens gut gelaunt aufstehen, und plötzlich kommt eine Nachricht, eine Begegnung läuft anders als erwartet – schon bist du entmutigt. Entmutigung hat viele Gesichter und kann dich lähmen, verwirren und handlungsunfähig machen.
Nehemia zeigt uns einen kraftvollen Weg, mit Entmutigung umzugehen. Als Mundschenk des persischen Königs erhält er eine niederschmetternde Nachricht: Jerusalem liegt in Trümmern, die Mauern sind niedergerissen, die Tore verbrannt. Das Volk ist entmutigt, der Tempelbau steht still. Nehemia ist weit weg in Persien – was kann er schon tun? Doch anstatt zu resignieren oder andere anzuklagen, reagiert er mit Gebet. Er setzt sich hin, weint, fastet und betet tagelang (Nehemia 1,4-11). Er schaut nicht auf die Fehler anderer, sondern bekennt seine eigene Schuld und die seines Volkes vor Gott.
Durch sein Gebet öffnet Gott königliche Türen. Der König gewährt Nehemia nicht nur die Erlaubnis nach Jerusalem zu gehen, sondern gibt ihm auch alle Ressourcen für den Wiederaufbau (Nehemia 2,8). Doch kaum beginnt das Werk, kommen neue Entmutigungen: Feinde wie Sanballat und Tobija spotten, drohen und versuchen das Volk einzuschüchtern. Viermal laden sie Nehemia zu einem Treffen ein, um ihn umzubringen. Seine Antwort bleibt klar: "Ich habe ein großes Werk zu verrichten, darum kann ich nicht kommen" (Nehemia 6,3). Er lässt sich nicht ablenken von seinem Auftrag.
Das Volk bekommt Angst, selbst enge Vertraute raten zum Rückzug. Doch Nehemia ermutigt sie: "Fürchtet euch nicht vor ihnen! Gedenkt an den großen, furchtgebietenden Herrn und kämpft!" (Nehemia 4,14). Er betet und handelt gleichzeitig – stellt Wachen auf, organisiert die Arbeit, bleibt fokussiert. In nur 52 Tagen werden die Mauern fertiggestellt. Du bist nicht für den Rückzug geschaffen, sondern für den Kampf des Glaubens. Gott hat gute Gedanken mit dir und möchte dich gebrauchen, genau da wo du stehst – in deiner Familie, deiner Gemeinde, deinem Umfeld.
