Unser Leben hier auf der Erde ist total sinnlos, wenn wir keinen Bezug zu Gott haben, wenn wir Jesus Christus nicht kennen. Wenn du dein Leben vom Ende her betrachtest, was bleibt davon übrig? Die Erben bestellen einen Müllcontainer, die Hälfte wird entsorgt, die andere aufgeteilt. Nach ein, zwei Jahren erinnert man sich noch an die Fotos, aber spätestens bei den Urenkelkindern ist alles vergessen. Es kann nicht Sinn geben, möglichst viele Filme gesehen zu haben oder irgendwo auf der Welt gewesen zu sein. Der Sinn unseres Lebens, das, was uns wirklich Bedeutung gibt, muss jenseits dieser Dinge sein. Augustinus formulierte es nach jahrelanger Suche in Freundschaften, Karriere und Philosophie so: "Unser Herz ist unruhig in uns, bis es Ruhe findet, Herr in dir."
In 1. Samuel 16,1-13 begegnen wir einer Geschichte, die uns 3000 Jahre zurückführt. Samuel, der letzte Richter Israels, erhält von Gott den Auftrag, nach Bethlehem zu gehen und dort einen neuen König zu salben. König Saul hatte sich von Gott abgewandt, und nun sollte David, der jüngste Sohn Isais, zum König gesalbt werden. Samuel hatte Angst – wenn Saul davon erfährt, könnte er ihn töten. Doch Gott gab ihm einen Weg: Er sollte ein Opfer bringen und dabei den neuen König salben.
Diese alte Geschichte enthält zeitlose Prinzipien, die auch für dich heute gelten. Erstens: Schau nicht nur ständig zurück auf das, was gestern war, sonst verstellt es dir den Blick für heute und morgen. Gott fordert Samuel auf: "Bis wann trägst du noch Leid um Saul?" Was gestern gut und von Gott gesegnet war, muss nicht automatisch auch heute noch dran sein. Sei dankbar für die Vergangenheit, aber sei offen für das Neue, das Gott mit dir vorhat.
Zweitens: Gott will durch dich wirken. Er könnte Engel schicken oder mit mächtiger Stimme vom Himmel sprechen. Aber er hat sich entschieden, dich zu berufen. Wenn du nicht zu deinen Nachbarn gehst, wird kein Engel erscheinen. Gott hält dich für würdig und fähig, seinen Auftrag auszuführen – trotz aller Schwächen und Ängste.
Drittens: "Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an" (1. Samuel 16,7). Gott sieht in dein Herz hinein, das Gute und das Böse. Versuch nicht, vor ihm etwas vorzuspielen, sondern sei ehrlich. Bekenne ihm, was falsch läuft. Und lerne, auch bei anderen Menschen nicht nur aufs Äußere zu schauen, sondern tiefer zu blicken.
