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Kennzeichen eines Lebens aus Gott

Samstag, 20. April 2013
32 Minuten

Kennzeichen eines Lebens aus Gott

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Jesus beruft Paulus durch eine nächtliche Vision nach Mazedonien. Ein Mann steht vor ihm und bittet: "Komm herüber und hilf uns!" Paulus zögert nicht – er versteht sofort, dass Gott ihn ruft, das Evangelium in dieser Region zu verkündigen. Doch was macht Paulus als Erstes, als er in der Stadt Philippi ankommt? Er sucht nicht nach großen Bühnen oder spektakulären Gelegenheiten. Er geht zum Fluss, dorthin, wo Menschen zum Gebet zusammenkommen.

Genau hier beginnt eine bemerkenswerte Geschichte. Paulus setzt sich zu den Frauen, die dort versammelt sind, und redet ganz normal mit ihnen – keine große Predigt, einfach ein Gespräch über Jesus. Unter diesen Frauen ist Lydia, eine erfolgreiche Geschäftsfrau aus Thyatira, die mit Purpur handelt. Purpur war damals extrem wertvoll – man brauchte tausende Purpurschnecken, um nur wenige Gramm dieses kostbaren Farbstoffs zu gewinnen. Lydia kannte den Markt, sie wusste, dass die römischen Offiziere in Philippi gerne Purpur trugen. Sie war eine Frau, die mitten im Leben stand, erfolgreich im Geschäft – und gleichzeitig gottesfürchtig.

Was Lydia auszeichnet, ist ihre Priorität: Trotz ihres vollen Lebens, trotz ihrer geschäftlichen Verpflichtungen sucht sie den Platz des Gebets auf. Sie hätte tausend Gründe haben können, am Sabbat zu Hause zu bleiben – müde vom Geschäft, beschäftigt mit ihrem Haushalt. Aber sie geht hinaus vor die Stadt, dorthin, wo Menschen über Gott nachdenken. Und genau dort, an diesem Ort der Gemeinschaft, tut Gott ihr das Herz auf. Apostelgeschichte 16 berichtet, wie sie aufmerksam zuhört, was Paulus sagt, zum Glauben kommt und sich mit ihrem ganzen Haus taufen lässt.

Doch damit endet ihre Geschichte nicht. Lydia zeigt drei Kennzeichen eines echten Lebens aus Gott: Erstens hat sie Heilsgewissheit. Sie sagt zu Paulus: "Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube – und das tue ich – dann kommt in mein Haus." Keine Unsicherheit, kein Zweifeln. Sie weiß, dass sie zu Jesus gehört. Zweitens hat sie einen Herzenszug zu den Kindern Gottes. Sie lädt Paulus und seine Begleiter nicht nur höflich ein – sie nötigt sie geradezu, bei ihr zu bleiben. Ihr Glaube ist nicht privat, sondern gemeinschaftlich. Drittens erweist sie praktische Liebe. Sie öffnet ihr Haus, stellt ihre Ressourcen zur Verfügung, investiert in die Gemeinschaft.

Die Herausforderung liegt auf der Hand: Wie oft suchst du bewusst den Platz des Gebets auf? Wie oft gehst du dorthin, wo andere Gläubige sich versammeln? In unserer Zeit des Wohlstands und der Bequemlichkeit ist es leicht, müde zu werden – zu müde für den Gottesdienst, zu beschäftigt für die Gemeinschaft. Doch genau das ist die Strategie des Feindes: Dich durch dein Luxusleben so zu ermüden, dass du den Ort verlässt, wo Gott zu dir reden kann. Lydia zeigt uns: Wer Gott sucht, findet ihn – und wer ihn findet, dessen Leben wird verwandelt.

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