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Kennst du Jesus?

Sonntag, 25. Oktober 2015
34 Minuten

Kennst du Jesus?

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David schreibt in Psalm 31,16: "Meine Zeit steht in deinen Händen." Dieser Vers hängt bei uns zu Hause neben einer großen Uhr – und ein Bauarbeiter blieb kürzlich davor stehen, las ihn durch und ging schweigend weiter. Aber was bedeutet es wirklich, dass unsere Zeit in Gottes Händen liegt? Dass alles – jedes Ereignis, jede Verfolgung, jedes Leid – unter seiner Kontrolle steht?

In Johannes 7 begegnen wir Jesus in einer bemerkenswerten Situation. Er bleibt in Galiläa, weil die Juden in Judäa ihn töten wollen. Doch dann steht das Laubhüttenfest bevor – eines der größten jüdischen Feste. Seine eigenen Halbbrüder fordern ihn provokant auf: "Geh nach Judäa! Offenbare dich der Welt! Wenn du wirklich der Messias bist, dann zeig es!" Doch Johannes fügt eine erschütternde Bemerkung hinzu: "Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn."

Diese Verse fordern heraus: Du kannst neben Jesus leben, in der Gemeinde aufwachsen, täglich von ihm hören – und ihn trotzdem nicht kennen. Die Brüder Jesu waren ihm so nahe wie kaum jemand, und doch erkannten sie nicht, wer er wirklich war. Deshalb die entscheidende Frage: Kennst du Jesus wirklich? Ist er dir persönlich begegnet, oder kennst du ihn nur aus Tradition?

Jesus antwortet seinen Brüdern: "Meine Zeit ist noch nicht da, aber eure Zeit ist immer bereit." Er lebte nicht nach menschlichen Vorstellungen, sondern nach Gottes Zeitplan – nach dem griechischen "Kairos", der von Gott bestimmten Zeit. Nicht "Chronos", die Uhrzeit, die uns heute so bindet, sondern Gottes perfektes Timing bestimmte jeden Augenblick seines Lebens. Seine Zeit war dein Auftrag.

Rechne einmal nach: Bei 8 Stunden Schlaf, 10 Stunden Arbeit und Zeit für Familie bleiben dir etwa 14 Stunden pro Woche – 742 Stunden im Jahr. Schreib einmal auf, wie du jede Stunde verbringst. Du wirst feststellen, dass du täglich 2-4 Stunden mit Dingen verbringst, die deine Beziehung zu Gott nicht fördern. Jesus hingegen nahm sich trotz aller Anforderungen Zeit für die Gemeinschaft mit seinem Vater – selbst wenn es nachts sein musste.

Als Jesus schließlich zum Fest geht, lehrt er im Tempel. Die Juden wundern sich: "Woher kennt er die Schriften? Er hat doch nicht studiert!" Seine Lehre hatte Vollmacht – nicht weil er studiert hatte, sondern weil sie von Gott kam. Und genau hier liegt der Unterschied: Seine Lehre ist deine Ausrichtung. Du musst keine Bibelschule besucht haben, um Botschafter für Christus zu sein. Wenn Jesus dich persönlich getroffen hat, spricht Gott durch dich.

Jesus sagt: "Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist." Wer Gottes Willen sucht, wird die Wahrheit erkennen. Und Jesus ging es nie um seine eigene Ehre, sondern immer um die Ehre seines Vaters. Seine Ehre ist dein Ziel.

Wie ehrst du einen Gastgeber am besten? Nicht indem du in seiner Küche das Essen nachwürzt, sondern indem du dich hinsetzt und es genießt. Genauso ist es mit dem Evangelium: Du kannst nichts tun, um Gottes Gnade zu verdienen. Sein Tisch ist bereits voll gedeckt – du darfst einfach davon nehmen. Gottes Gnade ist größer als dein Tun.

Wen du mit deinem Leben ehrst, hängt davon ab, wer dein Leben regiert. Zu welcher Gruppe gehörst du – zu denen, die sagen "Er ist gut", oder zu denen, die zweifeln? Kannst du freimütig bekennen: "Er ist mein Erretter"?

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