Jesus hält die sieben Gemeinden in seiner rechten Hand – ein Bild des Schutzes und der Autorität zugleich. In Offenbarung 2 richtet er einen Brief an die Gemeinde in Ephesus, eine Stadt voller Götzendienst und Unmoral. Überall in den Straßen wiesen Pfeile den Weg zu Bordellen, ein riesiger Diana-Tempel prägte das Stadtbild. Mittendrin lebten Christen, die täglich mit Missachtung und Druck konfrontiert wurden.
Jesus lobt diese Gemeinde zunächst ausdrücklich: Sie arbeitet unermüdlich, erträgt Schweres mit standhaftem Ausharren und hat die geistliche Unterscheidungsgabe, falsche Apostel zu entlarven. Sie duldet das Böse nicht in ihrer Mitte und ist nicht müde geworden, um Jesu Namen willen zu dienen. Das sind beeindruckende Qualitäten einer Gemeinde, die mitten in einer gottlosen Gesellschaft lebt.
Doch dann kommt die Kritik: "Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast." Jesus spricht hier nicht zu Ungläubigen, sondern zu seiner eigenen Gemeinde. Sie haben Alternativen zu Jesus entwickelt, ihre leidenschaftliche Liebe zu ihm verloren. Der Gottesdienst ist lieblos geworden. Wenn die erste Liebe zu Jesus schwindet, geht vieles verloren: die Freude an der Nachfolge, die persönliche Beziehung zu Gott, die Liebe untereinander in der Gemeinde.
Jesus fordert konkret: "Bedenke, wovon du gefallen bist und tue Buße und tue die ersten Werke." Kehr um von deinem geteilten Herz. Die Warnung ist ernst: Ohne Umkehr wird er den Leuchter von seiner Stelle wegstoßen – die Gemeinde verliert ihre Existenzberechtigung. Doch Jesus will das nicht. Er lädt ein zur Umkehr, zur Reinigung des Herzens.
Wer überwindet, dem verspricht er zu essen vom Baum des Lebens im Paradies Gottes. Jesus ist ein Motivationskünstler – er gibt nicht nur Aufgaben, sondern verheißt großen Lohn. Für Gläubige gibt es kein Verdammungsgericht mehr, sondern ein Preisgericht. Die Frage bleibt: Liebst du Jesus noch mit deiner ersten Liebe, oder hat sich dein Herz geteilt zwischen ihm und den Götzen dieser Zeit – Mammon, Anerkennung, Macht?
