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Kann der Glaube unserer Väter uns retten?

Freitag, 26. April 2013
55 Minuten

Kann der Glaube unserer Väter uns retten?

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Der Herr ist unser Gott, der Herr allein – dieses Bekenntnis aus 5. Mose 6 steht im Zentrum einer dringenden Frage: Kann der Glaube unserer Väter uns und unsere Kinder retten? Die Antwort ist ernüchternd: Nein. Genauso wenig wie die Israeliten, die aus Ägypten auszogen, automatisch ins verheißene Land kamen, nur weil sie das erwählte Volk waren.

Wir leben in einer Zeit, in der wir unbewusst Gift zu uns nehmen – nicht nur den Zucker in unserer Nahrung, sondern vor allem den Geist dieser Welt. 36 Kilo Zucker pro Jahr, versteckt in 87 Prozent aller Produkte, zerstören unsere Gesundheit. Genauso zerstört der Geist dieser Zeit unser geistliches Leben und das unserer Kinder, oft ohne dass wir es merken. Die Werbeindustrie, die Medien, die Zügellosigkeit der Gesellschaft – Millionen Menschen arbeiten täglich daran, uns und unsere Kinder einzufangen.

Das Problem der dritten Generation ist real: Die erste Generation baut auf, die zweite erhält, die dritte verprasst oder macht etwas daraus. Große Zivilisationen wie Ägypten, Babylon, Rom – alle gingen am Wohlstand zugrunde. Und heute? Viele junge Menschen aus gläubigen Familien sind nicht mehr dabei. Ihr Glaube hat Schiffbruch erlitten, nicht weil sie keine frommen Eltern hatten, sondern weil sie enttäuscht sind.

Paulus warnt uns in 1. Korinther 10 am Beispiel Israels: Sie hatten alles – Gott selbst ging ihnen voraus, sie erlebten gewaltige Wunder, sie hatten Mose als Führer. Und doch kam keiner von ihnen ins verheißene Land. Warum? Weil sie am Bösen ihre Lust hatten, Götzen dienten, Hurerei trieben, Gott versuchten und murrten. "Das widerfuhr ihnen als Vorbild", schreibt Paulus, "damit wir daraus lernen."

Die Herausforderung für uns ist gewaltig: So zu leben, dass unsere Kinder aus der Vielzahl der Angebote dennoch den richtigen Weg wählen. Dazu brauchen wir ein Ziel – nicht nur für uns, sondern eines, das groß genug ist, damit auch unsere Kinder es für würdig erachten, ihm nachzufolgen. Wir können sie nicht wie Waggons hinter einer Lokomotive herziehen. Jeder hat seinen eigenen Willen, seine eigene Entscheidung. Selbst Gott zwingt niemanden.

Was können wir tun? Wir müssen unseren Kindern zeigen, wie herrlich es ist, Gott zu dienen. "Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist" – David erkannte schon vor 3000 Jahren, dass die junge Generation es probieren, schmecken, sehen muss. Nicht eine Last voller Pflichten, sondern die Herrlichkeit des Gottesdienstes. Sie müssen den Sinn der Gebote begreifen – dass sie schützen, bewahren, bereichern, nicht beschneiden.

Das Gebot aus 5. Mose 6 ist klar: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Nicht nur wenn du Gott brauchst, nicht nur in der Not – Gott ist kein Zigarettenautomat. Diese Liebe muss echt sein, mit Haut und Haaren. Und dann: "Du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst."

Reden wir noch mit unseren Kindern über unseren Glauben? Erzählen wir von den Wundern, die Gott getan hat? Oder schämen wir uns? Hör auf, deine Kinder zu erziehen – sie machen längst das, was du ihnen vorlebst. Die Frage ist: Was lebst du vor? Ist dein Glaube eine fromme Floskel oder eine Herzenssache?

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