Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem See Genezareth unterwegs. Die Überfahrt beginnt ruhig, doch plötzlich bricht ein gewaltiger Sturm los. Die Wellen schlagen über das Boot, die Männer kämpfen um ihr Leben – und Jesus schläft. Wie kann das sein? Er war es doch, der die Anweisung gab loszufahren. Warum lässt er seine Jünger in solche Gefahr geraten?
Diese Frage stellt sich auch in deinem Leben, wenn Stürme aufziehen. Die Botschaft des Evangeliums lautet nicht: "Glaube an Jesus und dir wird kein Leid mehr begegnen." Selbst Paulus, dem man keinen falschen Glauben vorwerfen kann, erlebte Schiffbruch, Verfolgung und Gefahren. In 2. Korinther 11,25 berichtet er von drei Schiffbrüchen und einem Tag und einer Nacht in der Tiefe des Meeres. Gott ist nicht in erster Linie für ein problemloses Leben verantwortlich – ihm geht es darum, ob du für Zeit und Ewigkeit gerettet bist.
Die Jünger geraten in Panik. Sie schöpfen verzweifelt Wasser aus dem Boot und wecken schließlich Jesus: "Meister, wir verderben!" Jesus steht auf, bedroht Wind und Wellen – und es entsteht eine Stille. Doch dann tadelt er sie: "Wo ist euer Glaube?" Warum dieser Tadel? Sie haben ihn doch um Hilfe gebeten! Jesus erkannte ihre Haltung: Sie wollten ihn als zusätzliche Arbeitskraft zum Wasserschöpfen. Sie trauten ihm nicht zu, dass er Herr dieser Lage ist, obwohl sie schon so viele Wunder mit ihm erlebt hatten.
Die entscheidende Frage lautet: Ist Jesus in deinem Lebensboot mit an Bord? Wer den Sohn hat, der hat das Leben – wer ihn nicht hat, hat keine Hoffnung und keine Zukunft (1. Johannes 5,12). Unglaube bedeutet, ängstlich auf die Umstände zu blicken statt auf Jesus. Der Glaubende aber weiß: Jesus ist bei mir, er ist Herr über jede Lage, selbst wenn mir der Überblick fehlt.
Jesus verhindert nicht immer den Sturm in deinem Leben. Aber er ist da – auch wenn er scheinbar schläft. Du musst ihn nur wecken, wie die Jünger es taten. Dann wirst du erleben, dass er über dem Sturm steht und dem Wind und den Wellen befiehlt.
