Jesus hatte seinen Wohnsitz in Kapernaum, einer Grenzstadt am See Genezareth. Dort geschahen außergewöhnliche Dinge: Er heilte die Schwiegermutter des Petrus, ließ einen Gelähmten durch das Dach zu sich herabkommen und heilte ihn, weckte die Tochter des Jairus vom Tod auf. Die ganze Region sprach über die Wunder, die Jesus tat. In dieser Stadt lebte auch ein römischer Hauptmann mit etwa 100 Soldaten unter seinem Kommando.
Eines Tages erkrankt sein wertvoller Knecht schwer – er liegt im Sterben. Der Hauptmann hat von Jesus gehört und weiß, was er vermag. Doch er geht nicht selbst zu Jesus, sondern sendet die Ältesten der Juden. Das ist bemerkenswert, denn normalerweise herrschte zwischen Römern und Juden tiefe Feindschaft. Aber dieser Hauptmann war anders: Er liebte das jüdische Volk und hatte ihnen sogar eine Synagoge gebaut. Die Ältesten eilen zu Jesus und bitten eindringlich: "Er ist es wert, dass du ihm hilfst!"
Jesus macht sich auf den Weg. Doch als er sich dem Haus nähert, sendet der Hauptmann erneut Boten – diesmal seine Freunde. Die Botschaft: "Herr, bemühe dich nicht. Ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst. Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund." Er vergleicht es mit seiner eigenen Autorität: Wenn er seinen Soldaten befiehlt zu gehen oder zu kommen, gehorchen sie. Wie viel mehr muss Jesus nur sprechen und es geschieht!
Jesus ist verwundert. Er dreht sich zur Menge um und sagt: "Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden!" Bei keinem Juden hatte er dieses tiefe Vertrauen erlebt. Und tatsächlich: Als die Boten zurückkehren, finden sie den Knecht gesund.
Dieser Hauptmann testete Jesus nicht. Er glaubte einfach, dass Jesus der Herr aller Herren ist, dem alle Macht gegeben ist. Das ist echter Glaube – nicht an Wunder glauben, sondern an die Person Jesu und seine Allmacht. Genau dieser Glaube öffnet dir heute direkten Zugang zu Gott. Du brauchst keine Vermittler, keine Heiligen, keine besonderen Menschen. Durch Jesus hast du freien Zutritt zum Vater.
Die Frage ist: Findest du dich in diesem Hauptmann wieder? Glaubst du, dass Jesus nur ein Wort sprechen muss? Oder entscheidest du oft selbst, was Gott möglich ist und was nicht? Trauen wir Jesus wirklich alles zu, oder beten wir nur um des Betens willen? Gott ist nicht dazu da, uns ein angenehmes Leben zu verschaffen – wir sind da, um ihm zu dienen. Wenn deine Gebete nicht nach deinen Vorstellungen beantwortet werden, hat Jesus seine Gründe. Aber eines bleibt: Ihm ist kein Ding unmöglich.
Jesus fand Glauben dort, wo er ihn nicht erwartete – bei einem Heiden. Die Frage an dich heute: Findet Jesus diesen felsenfesten Glauben auch bei dir?
