GGPF Logo

Jesus - ein Leben im Dienst und Selbstverleugnung

Sonntag, 5. August 2018
53 Minuten

Jesus - ein Leben im Dienst und Selbstverleugnung

0:0052:51

Jesus wusste genau, wer er war. Er kannte seine Identität als Herr und Lehrer. Und doch stand er an diesem letzten Abend auf, legte sein Obergewand ab, umgürtete sich mit einem Lendenschurz – der typischen Kleidung eines Haussklaven – und begann, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Wortlos. Einer nach dem anderen.

Diese Handlung war revolutionär. In der gesamten biblischen Geschichte hatte es so etwas noch nie gegeben – dass ein Lehrer seinen Schülern die Füße wäscht. Normalerweise wuschen sich die Menschen selbst die Füße, oder Diener übernahmen diese Aufgabe. Doch hier kniet der Sohn Gottes vor seinen Jüngern nieder.

Der Grund für diese drastische Demonstration lag tiefer als nur in einer Lektion über Demut. Die Zwölf hatten sich wiederholt um Rangordnung und Machtpositionen gestritten – in Kapernaum, auf dem Weg nach Jerusalem, sogar noch an diesem letzten Abend. Dreimal hatte Jesus versucht, ihnen eine andere Denkweise nahezubringen: "Wer der Größte sein will, sei wie der Geringste." Doch sie hatten nicht verstanden. Jetzt, am letzten Abend vor seinem Leiden, greift Jesus zu dieser eindrücklichen Handlung.

Die Fußwaschung ist mehr als ein Symbol für Demut. Sie ist ein prophetischer Hinweis auf das, was am nächsten Tag am Kreuz geschehen würde. "Gleichwie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele" (Matthäus 20,28). In seiner tiefsten Selbsterniedrigung – bis zum Tod am Kreuz – vollbringt Jesus den kostbarsten Dienst aller Zeiten.

Als Petrus protestiert – "Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!" – macht Jesus die Tragweite deutlich: "Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Teil mit mir" (Johannes 13,8). Es geht nicht primär um saubere Füße, sondern darum, den Dienst Jesu anzunehmen. Wer sich weigert, den demütigen Dienst Christi in Anspruch zu nehmen, schließt sich selbst aus der Gemeinschaft mit ihm aus.

Nach der Fußwaschung gibt Jesus seinen Jüngern eine Verordnung: "Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass auch ihr einander die Füße waschen sollt." Von dieser Praxis gehen heilsame Impulse aus: Sie überwindet Stolz und Rechthaberei, fördert Versöhnung, festigt Beziehungen und stärkt die Einheit der Gläubigen. Du bist eingeladen, diesen Dienst anzunehmen – von Christus und voneinander.

Teilen