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Ich habe Geduld, aber keine Zeit!

Sonntag, 7. Mai 2017
44 Minuten

Ich habe Geduld, aber keine Zeit!

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Du kennst das vielleicht: Du stehst in der Supermarktschlange, bist spät dran, und ausgerechnet jetzt wird eine neue Kasse geöffnet. Du rennst hin, bist als Dritter dran – und vor dir steht eine Oma, die ihr gesamtes Kleingeld zählt. Oder du rufst eine Behörde an, wartest in der Endlosschleife, und wenn endlich jemand drangeht: "Sie sind hier falsch, ich verbinde Sie weiter." Wir leben in einer Welt von Fast Food und Online-Bestellungen. Alles muss schnell gehen. Wir haben Geduld, aber keine Zeit.

In Lukas 2,52 lesen wir, dass Jesus zunahm an Weisheit, Alter und Gunst bei Gott und den Menschen. Dieser Vers zeigt uns drei Bereiche, in denen wir wachsen müssen und die einfach Zeit brauchen: geistig, körperlich und seelisch. Ein Kind versteht nicht, dass eine heiße Herdplatte gefährlich ist – es muss das erst lernen. Du kannst nicht beschleunigen, dass du 18 wirst. Muskeln bauen sich nicht über Nacht auf. Und die tiefen Sehnsüchte deiner Seele – nach einem Beruf, einem Partner, Anerkennung, Zukunft – die lassen sich nicht erzwingen.

Gott schickt uns in Warteschleifen. Und während du wartest, schleift dich Gott. Ein Missionar in Peru versteht es nicht: "Ich bin hier, um Gott zu dienen, aber die Hälfte meiner Zeit bin ich krank." Du hast hundert Bewerbungen verschickt, während alle deine Schulkollegen schon wissen, wohin es geht. Du betest für Gesundheit, aber die Heilung kommt nicht. Du sehnst dich nach einem Partner, aber Jahr um Jahr vergeht.

Abraham bekam mit 75 Jahren die Verheißung eines Nachkommen. Er wartete 25 Jahre. Nach zehn Jahren beschloss er nachzuhelfen – mit katastrophalen Folgen. Ismael wurde geboren, und die Konflikte dauern bis heute an. Einfach nur, weil ein Mensch beschloss: "Ich helfe nach, ich steige aus dieser Warteschleife aus."

In Habakuk 2,2-3 sagt Gott: "Die Vision gilt erst für die festgesetzte Zeit. Wenn sie sich verzögert, warte darauf, denn kommen wird sie." Geduld ist kein Über-sich-ergehen-lassen, sondern das bewusste Beugen unter Gottes Willen in der getrosten Erwartung, dass er es richtig macht.

Aber hier ist die andere Seite: Wie lange lässt du Gott warten? In Offenbarung 3,20 – geschrieben an Gläubige – steht: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an." Gott klopft tagein, tagaus. Er wartet darauf, dass du diese Sünde loslässt, dass du dich taufen lässt, dass du für diesen Arbeitskollegen betest. Wie lange muss er noch warten? Leider gibt es ein "zu spät". Nutze deine Warteschleifen, um Gott zu dienen – nicht um dich zurückzuziehen.

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