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Heuchelei mit Folgen

Sonntag, 25. September 2016
40 Minuten

Heuchelei mit Folgen

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Ananias und Saphira verkauften ihr Grundstück und brachten das Geld zu Petrus – scheinbar ein vorbildlicher Akt der Hingabe in der ersten Gemeinde von Jerusalem. Diese Gemeinde lebte in beeindruckender Gemeinschaft: Sie trafen sich täglich, teilten alles miteinander, niemand musste Mangel leiden. Barnabas wird namentlich erwähnt, weil er einen Acker verkaufte und den Erlös den Aposteln gab. Auch Ananias und Saphira wollten dazugehören, wollten genauso großzügig erscheinen.

Doch was nach außen wie selbstlose Hingabe aussah, war in Wahrheit etwas ganz anderes. Das Ehepaar hatte sich abgesprochen: Sie würden einen Teil des Erlöses für sich behalten und so tun, als würden sie alles geben. Niemand hatte sie gezwungen, das Grundstück zu verkaufen. Sie hätten es behalten können oder das Geld für sich verwenden dürfen – niemand hätte etwas dagegen gehabt. Aber sie wollten die Anerkennung, die Bewunderung, vielleicht eine besondere Stellung in der Gemeinde.

Petrus, unter der Führung des Heiligen Geistes, durchschaute Ananias sofort. "Warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen hast?", fragte er ihn in Apostelgeschichte 5. Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott. Als Ananias diese Worte hörte, fiel er tot um. Drei Stunden später kam Saphira herein, unwissend, was geschehen war. Petrus gab ihr die Chance, die Wahrheit zu sagen: "Habt ihr den Acker so teuer verkauft?" Sie hielt an der Lüge fest – und erlitt dasselbe Schicksal.

Diese Geschichte schockiert, weil Gottes Reaktion so drastisch erscheint. Doch sie zeigt, wie ernst Gott Heuchelei nimmt. Sie täuschten etwas vor, was nicht der Wirklichkeit entsprach – das ist die Definition von Heuchelei. Nach außen schien es, als würden sie Gott alle Ehre geben, doch in Wahrheit suchten sie ihre eigene Ehre.

Bevor du denkst, dass diese Sünde weit von dir entfernt ist: Hast du schon mal gebetet, nur damit andere Christen nicht komisch von dir denken? Hast du Aufgaben übernommen, weil dir die Anerkennung von Menschen wichtiger war als Gott zu dienen? Jesus warnte seine Jünger eindringlich: "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei." Denk an den Pharisäer im Tempel, der Gott dankte, nicht wie die anderen zu sein – reine Heuchelei. Der Zöllner dagegen betete ehrlich: "Gott, sei mir Sünder gnädig." Er ging gerechtfertigt nach Hause.

Drei Dinge kannst du aus dieser Geschichte mitnehmen: Erstens, sei ehrlich mit dir selbst. Gott kennt dich durch und durch, wie Hebräer 4,13 sagt. Du musst nicht perfekt sein, aber ehrlich. Zweitens, rede die Wahrheit – nicht nur das, was du für wahr hältst, sondern sei selbst wahr in deinen Worten und deinem Leben. Saphira hatte die Chance, die Wahrheit zu sagen, doch sie hielt an der Lüge fest. Drittens, suche nicht Ansehen bei Menschen, sondern frage dich bei allem: Was sind meine Beweggründe?

Dass Gott nicht sofort richtet, hängt mit seiner Liebe zusammen. Seine Güte soll dich zur Buße leiten, wie Römer 2,4 sagt. In Hebräer 2,18 steht die Zusage: Jesus kann dir helfen, wenn du versucht wirst, denn er selbst wurde versucht. Du bist im Alltag nicht allein.

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