GGPF Logo

Hanna und Simeon

Samstag, 28. Dezember 2013
26 Minuten

Hanna und Simeon

0:0026:09

Hannah und Simeon waren zwei alte Menschen, die dem neugeborenen Jesus im Tempel begegneten. Hannah war bereits 84 Jahre alt, geboren etwa 85-90 Jahre vor Christus. Ihr Leben war geprägt von Leid und Enttäuschung: Sie erlebte den geistlichen Niedergang im Volk Gottes mit, als der Hohepriester Jana gegen Gottes Ordnung sowohl Priester- als auch Königsamt an sich riss. Mit 30 Jahren wurde sie Witwe – ein schwerer Schicksalsschlag, der sozialen Abstieg bedeutete. Sie überlebte drei Kriege, erlebte die brutale Besatzung durch die Römer und Parther, und die grausame Gewaltherrschaft des Herodes.

Doch trotz all dieser Erschütterungen blieb Hannah Gott treu. Sie weicht nicht vom Tempel, dient Gott Tag und Nacht mit Beten und Fasten (Lukas 2,37). Ihr ungebrochenes Vertrauen auf Gott ist erschütternd und beschämend zugleich. Sie zeigt uns: Es ist nie zu spät, Gott zu dienen – selbst mit über 80 Jahren nicht. Je größer ihre Not wurde, desto mehr hielt sie sich dort auf, wo Gott gegenwärtig war.

Simeon war ebenfalls ein alter Mann in Jerusalem. Beide gingen unermüdlich in den Tempel, obwohl dort vieles im Argen lag: Theologische Streitereien, Geschäftemacherei, Heuchelei. Sie hätten genug Gründe gehabt, der Gemeinde fernzubleiben. Doch sie warteten auf den Trost Israels, auf die Erlösung (Lukas 2,25.38). Simeon lebte in so tiefer Gemeinschaft mit Gott, dass der Heilige Geist ihm zusagte: Du wirst den Tod nicht sehen, bis du den Messias gesehen hast.

Als Maria und Josef – bitterarme Menschen aus dem verrufenen Nazareth – mit dem Jesuskind in den Tempel kamen, erkannten ausgerechnet diese beiden alten Menschen den Messias. Nicht der Hohepriester, nicht die Schriftgelehrten – sondern Hannah und Simeon. Gott gab ihnen die Gabe, mit seinen Augen zu sehen und nach seinem Herzen zu entscheiden. Simeon nahm das Kind auf seine zitternden Arme, drückte es an sein Herz und lobte Gott – denn er hatte den tiefsten Frieden seines Lebens gefunden.

Christus ist zum Prüfstein geworden – damals wie heute. Er kann für dich ein Stein des Anstoßes sein oder der Fels, auf dem du dein Leben baust.

Teilen