Gott hat dich vor Grundlegung der Welt auserwählt, ein Kind Gottes zu sein. Diese Wahrheit aus Epheser 1 ist nicht nur theologische Theorie, sondern die Grundlage dafür, wie du als Christ in dieser Welt und besonders in der Gemeinde lebst. Der Apostel Paulus verbringt drei Kapitel damit, den Ephesern zu zeigen, wer sie in Christus sind – auserwählt, begnadigt, Teil eines Leibes, in dem Juden und Heiden versöhnt sind. Doch dann kommt in Epheser 4,1 das entscheidende "So ermahne ich euch nun": Jetzt geht es darum, dieser Berufung würdig zu leben.
Was bedeutet es, sich würdig zu verhalten? Es bedeutet, dass dein Leben als Christ zu dem passt, wozu Gott dich berufen hat. Wenn ein Politiker vor laufendem Mikrofon anders redet als vor der Kamera, schadet er seinem Ruf. Genauso schadet es dem Reich Gottes, wenn du dich als Christ unwürdig verhältst – sowohl in der Welt als auch innerhalb der Gemeinde. Paulus schreibt nicht einfach seine persönliche Meinung, sondern ermahnt "in dem Herrn". Das kannst du nicht ignorieren.
Die Gemeinde ist kein Wunschkonzert, bei dem du dir aussuchst, wer neben dir sitzt. Gott stellt Menschen zusammen – jung und alt, unterschiedliche Charaktere, verschiedene Hintergründe. Und genau hier setzt Paulus an: Lebt in aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, und ertragt einander in Liebe. Demut bedeutet, den Mut aufzubringen, den geringeren Weg zu gehen, zu dienen statt bedient zu werden – so wie Jesus es in Markus 10,45 vorgelebt hat. Sanftmut heißt, milde mit anderen umzugehen, auch wenn sie gerade nicht deiner Vorstellung entsprechen. Und Geduld? Die fehlt uns allen, weil wir in einer schnelllebigen Gesellschaft leben, in der alles sofort funktionieren muss.
Doch geistliches Wachstum braucht Zeit. Wenn du in einer Gemeinde eine "Winterzeit" erlebst und zur nächsten Gemeinde wechselst, wo gerade "Frühlingszeit" ist, erlaubst du Gott nicht, an dir zu arbeiten. Das Problem, vor dem du wegläufst, wird dich in der nächsten Gemeinde wieder einholen. Paulus ruft dazu auf, dranzubleiben, einander zu ertragen – nicht nur kurz zu tragen, sondern geduldig zu ertragen. Das macht nicht immer Spaß, aber es ist der Weg zu echter Einheit.
Diese Einheit gründet sich auf sieben unveränderliche Wahrheiten: ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller. Das ist keine Einheit in Äußerlichkeiten, sondern im Wesentlichen. Der Friede Gottes hält euch wie ein Band zusammen, wenn ihr bereit seid, einander zu dienen und ehrlich miteinander zu sein.
